"Harlem Shake": Ein Tanztrend, der aufstößt

Da nun auch Youtube-Aufrufe in die Charts miteinfließen, ist "Harlem Shake" die neue Nummer eins in den USA. Die Reaktionen aus Harlem sind größtenteils negativ.

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Kritische Stimmen aus dem Stadtteil Harlem. – (c) Youtube.com

Nein, es ist nicht der "neue Gangnam-Style". Der vom Boulevard gern gebrauchte Vergleich hinkt, einzig die viel gesehenen Parodien auf Youtube haben die beiden Phänomene gemeinsam. Das hat auch das renommierte "Billboard Magazine" auf den Plan gerufen. Erstmalig in seiner 55-jährigen Geschichte ließ die New Yorker Institution Aufrufe auf der Videoplattform in die Charts miteinfließen. Das Resultat: "Harlem Shake", so heißt der ursprünglich vom US-Produzenten Baauer kreierte elektronische Stampfer, kletterte von Null auf die Eins. 103 Millionen Amerikaner sollen Variationen des Trap-Songs insgesamt angesehen haben, zitiert der "Spiegel" die "New York Times".

Wie entstand der Hype? Harry Rodrigues, so der bürgerliche Name von Baauer, brachte den Track "Harlem Shake" bereits im Mai 2012 heraus. Die Verkaufszahlen stiegen aber erst Anfang 2013, als die ersten Youtube-Parodien in Form von 30 Sekunden langen, nihilistisch-flashmobartigen Tanzeinlagen online gingen. Auch in der Wiener U-Bahn wurden ein Video gedreht: In fünf Tagen hatte es knapp 200.000 Zugriffe.

Video ist "Verhöhnung" Harlems

Während also tagtäglich neue Videos hochgeladen und hochgejubelt werden, stößt der "Harlem Shake" den Bewohnern des gleichnamigen New Yorker Stadtteils auf. Vor kurzem wurden Stimmen der Bevölkerung in einem fünfminütigen Video festgehalten: "Ich habe das Gefühl, dass die uns keinen Respekt entgegenbringen", sagt ein junger Mann. Eine Frau spricht von "Verhöhnung", als sie das Video vorgesetzt bekommt.

Die kritischen Stimmen werden am 22. Februar im Flex wohl nicht zu hören sein, dann gastiert der "Harlem Shake"-Macher Baauer mit einem Live-Konzert in Wien.

 

(mtp.)

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