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"Heilige Pflicht": Eagles of Death Metal spielten wieder in Paris

FRANCE-MUSIC-ATTACKS-EAGLES
Bild: APA/AFP/JOEL SAGET 

Im Publikum saßen zahlreiche Überlebende der islamistischen Attacke auf das "Bataclan"-Konzert der Band am 13. November.

 (DiePresse.com)

Die US-Rockband Eagles of Death Metal hat drei Monate nach dem Terroranschlag auf den Musikclub "Bataclan" wieder ein eigenes Konzert in Paris gespielt. Mit tosendem Jubel begrüßte das Publikum die Gruppe um Frontmann Jesse Hughes am Dienstagabend im Konzertsaal "Olympia". Im Publikum saßen auch zahlreiche Überlebende der islamistischen Attacke auf das "Bataclan"-Konzert der Band am 13. November 2015. Für Sänger Jesse Hughes war der Auftritt eine "heilige Pflicht", wie er sagte. "Ich liebe euch verdammt noch mal alle", rief Hughes den Zuschauern im Konzertsaal "Olympia" zu.

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Das Konzert ist Teil der seit Samstag laufenden Welttournee der Eagles of Death Metal, die in Stockholm gestartet ist und die Band am 22. Februar auch in den Wiener Gasometer führen wird.

Tiroler White Miles als Vorgruppe

Ein Terrorkommando hatte 90 Besucher des Musikclubs ermordet, an diesem Tag starben bei der Anschlagsserie in Paris und Saint-Denis insgesamt 130 Unschuldige. Der neue Auftritt stand unter hohen Sicherheitsvorkehrungen. Wie schon beim fatalen Konzert am Anschlagsabend im Bataclan, bei dem 90 Menschen von islamistischen Terroristen in der Konzertlocation getötet wurden, fungierte auch diesmal das Tiroler Duo White Miles als Vorgruppe.

Sänger Hughes sagte vor dem Konzert in einem Interview mit dem französischen Nachrichtensenders i-Télé: "Wir müssen dieses Konzert zu Ende bringen. Für uns und für alle, die im Bataclan waren. Das ist die einzige Sache, die ich persönlich tun kann. Auch damit es mir selbst besser geht. Ich kann die Bösen nicht gewinnen lassen. Ich muss bei meinen Freunden sein."

"Möchte versuchen, das Set zu beenden"

Unter tosendem Beifall betrat die Gruppe Eagles of Death Metal die Bühne, dazu wurde das Lied "Il est cinq heures, Paris s'eveille" ("Es ist fünf Uhr, Paris erwacht") des Liedermachers Jacques Dutronc eingespielt - eine Reverenz an die französische Hauptstadt.

Mitten in ihrem ersten eigenen Song stoppte die Rockgruppe kurz für einen "Moment der Erinnerung" an die Opfer des Anschlags. Frontmann Hughes wurde immer wieder sichtbar von seinen Gefühlen übermannt.

"Mit Waffe hätte ich etwas ändern können"

(c) AFP (Joel Saget) Jesse HughesBild vergrößernJesse Hughes / Bild: (c) AFP (Joel Saget)Die Eagles of Death Metal hatten alle Besucher des blutig geendeten "Bataclan"-Konzerts zu ihrem neuen Auftritt eingeladen. Er stand unter hohen Sicherheitsvorkehrungen: Der Gehsteig vor dem "Olympia" war komplett abgesperrt, Polizisten und private Sicherheitsleute kontrollierten die Besucher mehrfach, unter anderem mit Metalldetektoren. Für Überlebende und Angehörige der Opfer standen psychologische Betreuer bereit.

Bei Interviews vor dem Konzert hatte Hughes sich mit Blick auf den "Bataclan"-Anschlag auch erneut zur Frage der Waffengesetzgebung geäußert und gesagt: Bis niemand mehr Waffen habe, müsse vielleicht jeder Waffen haben. "Hat Ihre französische Waffenkontrolle den Tod einer einzigen Person verhindert?", fragte er, nachdem ihn eine Journalistin von iTele auf das Thema angesprochen hatte. Dem Sender Canal+ sagte er: "Ich bin kein Held, aber wenn ich eine Waffe gehabt hätte, hätte ich etwas ändern können - und ich wäre bereit gewesen, es zu tun."

"Wir sind nicht da, um Politik zu machen"

Aussagen von US-Präsidentschaftskandidat Donald Trump zu den Pariser Anschlägen bezeichnete Hughes gegenüber der Zeitung "Le Monde" allerdings als "absurd". Trump hatte gesagt, er trage immer eine Waffe bei sich und hätte im "Bataclan" das Feuer gegen die Terroristen eröffnet. "Ja, das ist absurd, wir sind nicht da, um Politik zu machen", sagte auch der Eagles-Mitbegründer und Schlagzeuger Josh Homme.

Aussagen von US-Präsidentschaftskandidat Donald Trump zu den Pariser Anschlägen bezeichnete Hughes gegenüber der Zeitung "Le Monde" allerdings als "absurd". Trump hatte gesagt, er trage immer eine Waffe bei sich und hätte im "Bataclan" das Feuer gegen die Terroristen eröffnet. "Ja, das ist absurd, wir sind nicht da, um Politik zu machen", sagte auch der Eagles-Mitbegründer und Schlagzeuger Josh Homme.

"Bataclan" wird renoviert

Die Band hatte ihre nach dem Anschlag unterbrochene Europatournee bereits am Samstag mit einem Konzert in Stockholm fortgesetzt. Schon im Dezember war die Gruppe mit zwei Stücken Überraschungsgast eines Konzertes von U2 in Paris.

Das "Bataclan" soll bis Ende des Jahres renoviert und wiedereröffnet werden. Dann will Hughes mit den Eagles der erste sein, der dort auf der Bühne steht, denn: "Ich liebe diesen Club."

(APA/Red.)

 
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1 Kommentare
bergziege
17.02.2016 01:52
1

Ein wichtiger Auftritt

Die Fortsetzung im Olympia des durch diese irren Fanatiker so tragisch unterbrochenen Konzerts im Bataclan war das einzig Richtige. Es war im Grunde genommen das Gedenken an die nicht mehr dabei sein Könnenden und ein Zeichen, dass man nach Tragödien vorwärts blicken sollte. Die Politiker Europas sollten sich daran ein Beispiel nehmen und umso mehr dahinter sein, dass dieser Wahnsinn im nahen Osten und in Nordafrika in geregelte Bahnen kommt.

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