Jackson, der Große: Joe, nicht Michael

Der britische Ausnahme-Musiker Joe Jackson gastierte ein zweites Mal in Wien - zusammen mit Graham Maby und Dave Houghton.

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(c) joejackson.com

Joe Jackson mag Wien. Sagt er zumindest. Jedenfalls konnte man den britischen Ausnahme-Musiker nach gut einem Jahr schon zum zweiten Mal live hier erleben - zusammen mit seinen kongenialen Partnern Graham Maby (Bass) und Präzisionsdrummer Dave Houghton, auch sie ein Rhythmus-Duo der Extraklasse. Waren die drei zu Ostern 2008 noch im Birdland (selig) aufgetreten, wählten sie diesmal das entschieden alternativer wirken wollende WUK. Und dort konnte einem am Dienstagabend nicht einmal die Schneckentempo-Bedienungstruppe von der Bar einen ganz außergewöhnlichen Konzertabend verleiden.

Denn Jackson, Maby, Houghton waren in höchster Spielfreude, mischten alte Hits mit Nummern aus Jacksons bisher letztem Album "Rain". Bei "Fools in Love" brodelte es im nicht allzu vollen, dafür umso schwüleren Saal das erste Mal auf. Es kam noch besser: "Sunday Papers", Jacksons beißende Anklage gegen den Boulevard-Journalismus ("Sunday papers don't ask no questions / Sunday papers don't get no lies / Sunday papers don't raise objections / Sunday papers don't got no eyes) wurde in einer Version geboten, wie man sie von keiner der zahlreichen Live-CDs des Musikers kennt. Nicht eine Gitarre, sondern Jacksons Klavier treibt da das Spottlied voran. Eine David-Bowie Cover-Version von "Scary Monsters" begeisterte ebenso, und auch aus dem Album "Rain" bot das Trio das Beste.

Bei der Inflation an großen Musikern und Bands, die derzeit in Wien Station machen, ragt der blässliche Mister Jackson plus Band ziemlich weit heraus.

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