Der Siegeszug der Britin Adele wird schon beinahe unheimlich: Nach sechs gewonnenen Grammys, die sie vor rund zehn Tagen in Los Angeles entgegennahm, war die 23-Jährige auch bei den Brit Awards die große Gewinnerin. In ihrer Heimatstadt London bekam sie am Dienstagabend den Preis für die beste britische Sängerin überreicht.
Adele bedankte sich bei ihrer Plattenfirma, einem vergleichsweise kleinen Indie-Label, mit den Worten: "Danke, dass Ihr mich die Künstlerin sein lasst, die ich immer sein wollte." Für ihr Erfolgsalbum "21" bekam Adele ebenfalls einen Brit Award. Diesen Preis überreichte ihr Kylie Minogue.
Dankesrede, Mittelfinger, Entschuldigung
Ganz ohne Skandal respektive Skandälchen ging es aber auch bei den Brit Awards nicht: Als Adeles ohnehin recht kurze Dankesrede aus Zeitgründen abgeschnitten wurde, quittierte sie dies mit ihrem Mittelfinger (man wurde irgendwie an den Super-Bowl-Skandal erinnert). Ein gefundenes Fressen für die britischen Boulevardblätter - Adele landete am Mittwoch auf diversen Titelseiten.
Anschließend entschuldigte sie sich: "Das ging nicht gegen meine Fans", sagte die Sängerin. "Es tut mir leid, wenn ich jemanden verärgert habe. Die Typen in den Anzügen haben mich genervt." Der Sender ITV, der die Brit Awards live übertrug, entschuldigte sich wiederum bei Adele. Live-Shows seien auf die Sekunde geplant und man sei zu dem Zeitpunkt schon im Verzug gewesen, hieß es.
21-Jähriger als zweiter großer Sieger
Bester männlicher Künstler wurde Ed Sheeran. Der 21-jährige Singer/Songwriter setzte sich dabei gegen die scheinbar übermächtige Konkurrenten - James Morrison oder den früheren Oasis-Mastermind Noel Gallagher - durch. Auch die Kategorie "Best British Breakthrough Act" ging an Sheeran. Als beste britische Band 2012 wurde Coldplay ausgezeichnet, die die Zeremonie mit ihrem Auftritt eröffnet hatten.
Gewinner der internationalen Kategorien
Bester internationaler männlicher Künstler wurde Bruno Mars, beste internationale Künstlerin Rihanna. Weitere Preise gingen an die Foo Fighters (beste Band international) und an Lana Del Rey ("Best International Breakthrough Act").
Nicht fehlen durften musikalische Live-Auftritte: Neben Adele, deren Hit "Rolling in the Deep" mit Ovationen gefeiert wurde, standen unter anderem Rihanna, Florence and the Machine und Blur auf der Bühne. Im Rahmen der diesjährigen Brit Awards gab es außerdem Tribute für die verstorbenen Pop-Sängerinnen Whitney Houston und Amy Winehouse.
(APA)
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