Italienischer Liedermacher Lucio Dalla gestorben

Der 68-Jährige hätte am 19. März in Wien auftreten sollen. Dalla starb in Montreux an einem Herzinfarkt.

Italienischer Liedermacher Lucio Dalla
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Italienischer Liedermacher Lucio Dalla
(c) EPA (Markus Stuecklin)

Der italienische Liedermacher Lucio Dalla, seit Jahrzehnten einer bedeutendsten Musiker Italiens, ist im Schweizer Montreaux gestorben. Dalla erlitt nach dem Frühstück einen Herzinfarkt, berichtete seine Assistentin Michela Mondella nach Angaben italienischer Medien. Am Mittwochabend war er noch in Montreux aufgetreten. Der 68-Jährige befand sich auf einer Tour, die ihn am 19. März auch in das Wiener Konzerthaus führen hätte sollen.

Der Liedermacher, der unter anderem mit seiner Bearbeitung der Verdi-Oper "Tosca" "Tosca: amore disperato" öfters in Österreich aufgetreten war, gewann in Italien und im Ausland Millionen von Fans mit seinen Hits "Gesu Bambino", "Futura", "Bella Lucia", "Tutta la vita" und "Ciao". Dabei zeichnete er sich wegen seiner meist kritischen und poetischen Texten aus.

Spielte mit Chet Baker, Charlie Mingus und Bud Powell

Mit 14 Jahren begann Dalla Klarinette zu lernen und startete seine Musikerkarriere bei der Reno Dixieland Band in Bologna. Als junger Musiker war er in den 60er Jahren mit Chet Baker, Charlie Mingus oder Bud Powell aufgetreten. Sein Debüt als Sänger gab er 1964 mit einer Vorliebe für den Bereich der Soulmusik.

Eines seiner bekanntesten Lieder, "Caruso" (1986), eine Hommage an den Opernsänger Enrico Caruso, wurde von zahlreichen Sängern gecovert. Die Versionen von Luciano Pavarotti und Andrea Bocelli verkauften sich weltweit viele Millionen mal.

Bestürzung in Italien

Dallas Tod löste Bestürzung in Italien aus. Erschüttert zeigte sich Nicoletta Mantovani, Witwe des Startenors Luciano Pavarotti, der öfters mit Dalla im Rahmen der Veranstaltung "Pavarotti & Friends" aufgetreten war. "Ich bin sprachlos. Lucio war ein großer Freund Lucianos. Er war ein großartiger Künstler und sehr sensibler Mensch. In den schwierigen Momenten nach Lucianos Tod hat er mich sehr unterstützt", so Mantovani.

"Sein Genie wird uns Fehlen, er war ein großartiger Künstler", kommentierte das italienische Popidol Eros Ramazzotti. Bestürzt zeigte sich auch die Königin der italienischen Popmusik Laura Pausini. "Als ich acht Jahre alt war, habe ich vor ihm, in einem Restaurant in Bologna, gesungen. Ich habe niemals seine unterstützenden Worte vergessen", kommentierte die Sängerin.

Mit dem italienischen Regisseur Pupi Avati arbeitete Dalla an einem Musical. Dalla hatte die Musik für viele erfolgreiche Filme des Regisseurs geschrieben. "Ich verdanke Lucio, dass ich Regisseur geworden bin. Als Jugendliche spielten wir beide Klarinette, doch er war viel besser als ich. Es ist seine Schuld, dass ich auf den Traum verzichtet habe, Jazzmusik zu machen und mit den Filmen begonnen habe", so Avati.

Ö1 ändert sein Programm

Der Radiosender Ö1 ändert in memoriam das Programm am morgigen Freitag: In den "Spielräumen" (17.30 Uhr) gestaltet Mirjam Jessa ein Porträt des Künstlers.

(APA)

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