YouTube-Hit "Ösi Bua": Aus Afrika mit Lederhose

Cedrick Mugiraneza, der aus Burundi stammt, sorgt als "Ösi Bua" auf YouTube für Furore. Mit seinem volkstümlichen Dance-Song will er auch die Charts erklimmen.

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(c) YouTube

"I ess gern Schweinsbraten, dazu an Leberkas, i trink a Hoibe Bier und schau dabei verdammt guat aus", rappt Cedrick Mugiraneza im oberösterreichischen Dialekt zu Elektrobeats in "I bin da Ösi Bua". Der 22-Jährige, der in Burundi geboren wurde und mit neun Jahren als politischer Flüchtling nach Österreich kam, ist ein Hit auf Youtube: Knapp 400.000 Klicks erzielte der Videoclip, in dem Mugiraneza unter anderem in einem Kuhstall schuhplattelt, bereits. Auch die Charts will der junge Musiker erklimmen: "I bin da Ösi Bua" wurd Anfang Februar auf iTunes veröffentlicht und findet sich auch in dem Sampler zur ATV-Show "ATV Saturday Night".

Mit seiner Musik will Mugiraneza mit gängigen Klischees brechen. Er legt wenig Wert darauf, besonders anspruchsvolle Lieder zu produzieren: "Ich will was Neues machen mit einfachen Texten, damit mich auch die jungen Leute verstehen."Musik solle keine "große Kunst" sein, erklärte er. "Wir produzieren sehr viel und dieses Jahr soll noch ein Album rauskommen. Es liegt noch viel Arbeit vor uns", meinte der Musiker.

2013 zum Song Contest?

Große Ambitionen hegt er etwa bei europäischen Gesangswettbewerb: "Mich haben schon viele auf den Song Contest angesprochen. Vielleicht mach' ich ja nächstes Jahr mit." An Selbstvertrauen mangelt es dem "Ösi Bua" jedenfalls nicht: "Ich habe in meinem Leben nie gezögert, wenn ich an etwas geglaubt habe." Als großes Vorbild nennt er Hubert von Goisern.

Nach Österreich kam er mit neun Jahren gemeinsam mit seiner Familie als politischer Flüchtling. "Seitdem haben wir alles daran gesetzt, dass wir richtige Ösis werden", erzählte Mugiraneza. Nach dem ersten Jahr im Flüchtlingslager Traiskirchen wohnt die Familie in Linz.

Aufmerksamkeit ist dem dunkelhäutige Rapper, der nie ohne Lederhose das Haus verlässt und einen selbst gebastelten Spazierstock inklusive einer Klingel, einer Halterung für eine Flasche Bier und ein Schnapsglas hat, gewiss: "Ich bin eine Person, die immer auffällt, auch wenn ich ganz normal angezogen wäre. Aber die meisten Leute reagieren positiv. Ich komme mit jedem zusammen und meistens endet eine Begegnung mit einer Halben Bier."

Gute Erfahrungen in Österreich

Praktisch keine negativen Erfahrungen erlebte Mugiraneza, inzwischen österreichischer Staatsbürgerschaft ist, seit seiner Ankunft in Österreich. "Wir sind sehr gut aufgenommen worden. Alle Zuwanderer, die hierher kommen und sagen, dass es ihnen schlecht geht, lügen und machen sich etwas vor. Bei ihnen daheim würde es ihnen viel schlechter gehen."

Seine afrikanische Herkunft hat er noch nicht musikalisch eingebaut, aber "ich liebe und lebe meine Wurzeln, es wird dazu noch Lieder geben, aber kein 'Hakuna Matata', sondern etwas Spezielles".

(APA/Red.)

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