YouTube-Hit "Ösi Bua": Aus Afrika mit Lederhose

02.04.2012 | 12:47 |   (DiePresse.com)

Cedrick Mugiraneza, der aus Burundi stammt, sorgt als "Ösi Bua" auf YouTube für Furore. Mit seinem volkstümlichen Dance-Song will er auch die Charts erklimmen.

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"I ess gern Schweinsbraten, dazu an Leberkas, i trink a Hoibe Bier und schau dabei verdammt guat aus", rappt Cedrick Mugiraneza im oberösterreichischen Dialekt zu Elektrobeats in "I bin da Ösi Bua". Der 22-Jährige, der in Burundi geboren wurde und mit neun Jahren als politischer Flüchtling nach Österreich kam, ist ein Hit auf Youtube: Knapp 400.000 Klicks erzielte der Videoclip, in dem Mugiraneza unter anderem in einem Kuhstall schuhplattelt, bereits. Auch die Charts will der junge Musiker erklimmen: "I bin da Ösi Bua" wurd Anfang Februar auf iTunes veröffentlicht und findet sich auch in dem Sampler zur ATV-Show "ATV Saturday Night".

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Mit seiner Musik will Mugiraneza mit gängigen Klischees brechen. Er legt wenig Wert darauf, besonders anspruchsvolle Lieder zu produzieren: "Ich will was Neues machen mit einfachen Texten, damit mich auch die jungen Leute verstehen."Musik solle keine "große Kunst" sein, erklärte er. "Wir produzieren sehr viel und dieses Jahr soll noch ein Album rauskommen. Es liegt noch viel Arbeit vor uns", meinte der Musiker.

2013 zum Song Contest?

Große Ambitionen hegt er etwa bei europäischen Gesangswettbewerb: "Mich haben schon viele auf den Song Contest angesprochen. Vielleicht mach' ich ja nächstes Jahr mit." An Selbstvertrauen mangelt es dem "Ösi Bua" jedenfalls nicht: "Ich habe in meinem Leben nie gezögert, wenn ich an etwas geglaubt habe." Als großes Vorbild nennt er Hubert von Goisern.

Nach Österreich kam er mit neun Jahren gemeinsam mit seiner Familie als politischer Flüchtling. "Seitdem haben wir alles daran gesetzt, dass wir richtige Ösis werden", erzählte Mugiraneza. Nach dem ersten Jahr im Flüchtlingslager Traiskirchen wohnt die Familie in Linz.

VIDEO: "I Bin Da Ösi Bua": Neuer YouTube-Hit im Dialekt

Cedrick Mugiraneza wurde in Burundi geboren, kam als politischer Flüchtling nach Österreich und rappt jetzt in öberösterreichischer Mundart: "I ess gern Schweinsbraten, dazu an Leberkas, i trink a Hoibe Bier und schau dabei verdammt guat aus."

Aufmerksamkeit ist dem dunkelhäutige Rapper, der nie ohne Lederhose das Haus verlässt und einen selbst gebastelten Spazierstock inklusive einer Klingel, einer Halterung für eine Flasche Bier und ein Schnapsglas hat, gewiss: "Ich bin eine Person, die immer auffällt, auch wenn ich ganz normal angezogen wäre. Aber die meisten Leute reagieren positiv. Ich komme mit jedem zusammen und meistens endet eine Begegnung mit einer Halben Bier."

Gute Erfahrungen in Österreich

Praktisch keine negativen Erfahrungen erlebte Mugiraneza, inzwischen österreichischer Staatsbürgerschaft ist, seit seiner Ankunft in Österreich. "Wir sind sehr gut aufgenommen worden. Alle Zuwanderer, die hierher kommen und sagen, dass es ihnen schlecht geht, lügen und machen sich etwas vor. Bei ihnen daheim würde es ihnen viel schlechter gehen."

Seine afrikanische Herkunft hat er noch nicht musikalisch eingebaut, aber "ich liebe und lebe meine Wurzeln, es wird dazu noch Lieder geben, aber kein 'Hakuna Matata', sondern etwas Spezielles".

(APA/Red.)

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  • "I Bin Da Ösi Bua": Neuer YouTube-Hit im Dialekt

    Cedrick Mugiraneza wurde in Burundi geboren, kam als politischer Flüchtling nach Österreich und rappt jetzt in öberösterreichischer Mundart: "I ess gern Schweinsbraten, dazu an Leberkas, i trink a Hoibe Bier und schau dabei verdammt guat aus."

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10 Kommentare
Gast: Harald L.
03.04.2012 14:11
0

Ich bin aber anders

Sehr „weltmännisch“ schon das „Empfangskomitee“ zu Anfang des Videos.

Es folgt was ganz Wichtiges: Österreicher im Wirtshaus.

Dann geht‘s los mit Bauernhof, Hühner- bzw. Kuhstall und Unterschenkelkopfenden Lederhosenträgern.
Wunderschöne uralte Klischees modern untermalt aufgewärmt. Würde noch ein Lipizzanerl dazupassen, garniert mit Mozartkugerln. So wird man uns Österreicher nun wieder wahrnehmen in der Welt da draußen.

Ich jedoch will nicht als im Wirtshaus sitzender, im Stall arbeitender und in der Freizeit sich auf die belederhosten Schenkel klopfender Österreicher wahrgenommen werden.
Ich persönlich distanziere mich hiermit von diesem Bild, von dieser Art „Schmäh“.

Gast: Auslandsoesterreicher
03.04.2012 06:51
1

VIel Erfolg!

Besser als DJ Oetzi, der weder singen noch tanzen kann!

UND: Viel Erfolg fuer die aus Russland stammende und attraktive neue Miss Austria! Mach deinen Weg, es gibt viele Neider in Oesistan (keine Fremdsprachen sprechend, keine Auslandserfahrung, etc.)

...ein Auslandsoesterreicher

Aja, selektive Kommentare,

deswegen nur sehr "positive" Kommentare zu sehen. Wers nötig hat, soll eben so agieren!

Gast: lolwut
02.04.2012 18:20
3

schuhplattl-krocha!

sehr leiwand :)

Gast: iwaassnet
02.04.2012 15:34
4

was ist davon zu halten?

Angelo Soliman, schau oba

Ohne Zweifel

ein Fall gelungener Integration.

Singen und tanzen statt fordern, jammern und drohen. Damit ist natürlich auch die Reaktion der Einheimischen freundlich.

Re: Ohne Zweifel

Ja, und vor allem Bier saufen. Das nenn ich mal eine gelungene Integration!

was man nicht alles so tut

um lächerlich zu sein.

Antworten Gast: franzl ferdinand V.
02.04.2012 14:51
10

Re: was man nicht alles so tut

z.B. im Presse-Forum Kommentare schreiben, gell?

Gast: Lilli
02.04.2012 13:11
14

So gehts eben auch

Viel Glück und Erfolg!

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