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Abschied von Robin Gibb

21.05.2012 | 17:21 |  Von Samir H. Köck (Die Presse)

Robin Gibb, der beseelte Sänger der Bee Gee, ist mit nur 62 Jahren am gleichen Krebs gestorben, dem schon sein Bruder Maurice erlag. „Singen ist für mich eine Art Religion“, meinte er einmal zur „Presse“.

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„Egal, wie viel Geld man hat“, sagte Robin Gibb vor sechs Jahren in einem Interview: „Am Ende ist man immer allein.“ Dieses Leiden an der Welt, das er in seiner Jugend zu unterdrücken gelernt hatte, entschleierte sich in anmutiger Weise in seinem leicht flattrigen Gesang. Sein Vibrato machte vor allem in den Sechzigerjahren den speziellen Charme der Bee-Gees-Balladen von „Massachusetts“ bis „To Love Somebody“ aus. Es weckte bei Millionen Hörern romantische Sehnsüchte, die nicht selten in Schmerzlust mündeten. Keine Band feierte das gebrochene Herz damals so intensiv wie die Bee Gees.

Ihre Hits umfassten heute als Klassiker angesehene Balladen wie „I've Gotta Get A Message To You“, „Massachusetts“, „I Started A Joke“ und „How Can You Mend A Broken Heart“. In ihnen allen hat sich Robin Gibbs charmant-zittriger Gesangsduktus ein Denkmal gesetzt. „Singen ist für mich eine Art Religion“, meinte er einmal zur „Presse“: „Darin kann ich kanalisieren, was sonst ohne Ausdruck bliebe. Für dieses Geschenk bin ich unendlich dankbar.“

Robin Gibb: Der Komponist der Bee Gees

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Die aus Manchester stammenden Brüder Barry, Robin und Maurice Gibb standen schon im zarten Kindesalter auf britischen Bühnen. 1958 wanderte die Familie wegen chronischer Armut nach Australien aus. Dort verbesserte sich die pekuniäre Situation schnell. Noch im Jahr ihrer Ankunft gründeten sie die Bee Gees (von der Abkürzung von „Brothers Gibb“), eine Boygroup mit den Everly Brothers als Vorbild. Ihre 1963 erschienene Single „Three Kisses Of Love“ schnellte in die australischen Top Ten, mit „Spicks & Specks“ glückte die erste Nummer eins. Die rasch anhebende Karriere mit ihren selbst komponierten Liedern und den delikat ineinanderfließenden Stimmen führte sie 1966 wieder nach Großbritannien zurück.

„Saved By The Bell“

Strategisch geführt vom schlauen Manager Robert Stigwood hob nun der Welterfolg so richtig an. Eine negative Folge des Höhenflugs war ein veritabler Ego-Clash zwischen Mastermind Barry und dem drei Jahre jüngeren Stimmcharismatiker Robin, der 1969 ausstieg. Robins rasch auf den Markt gebrachtes Soloalbum enthielt mit „Saved By The Bell“ einen markanten Hit. 1970 erfolgte die Versöhnung. Die Bee Gees waren wieder eine Einheit und mühten sich in der Ära des progressiven Rocks mit ihrer nahe am Kitsch gebauten Kunst redlich ab.

VIDEO: Disco-Ikone: Bee-Gees-Sänger Robin Gibb ist tot

Robin Gibb ist mit 62 Jahren an Krebs gestorben. Mit Songs wie "Stayin Alive" oder "Saturday Night Fever" schrieb die Brüderband Bee Gees Musikgeschichte. Robin Gibbs Privatleben war eine Berg- und Talfahrt.



Nach vielen Auf und Abs glückte ihnen 1977 mit der Neupositionierung im Genre Disco und dem genialen Soundtrack zu „Saturday Night Fever“ eines der eindrucksvollsten Comebacks der Popgeschichte: Ohne ihre Falsettstimmen, ohne das triumphale „Stayin' Alive“ ist eine Discoparty bis heute eine halbe Sache.

Das letzte Bee-Gees-Album war 2001 das formidable „This Is Where I Came In“. 2003 kam mit Maurice Gibbs Tod das Ende für die Band. Robin Gibb, hagerer denn je, meist mit seiner typischen Nickelbrille, nahm zuletzt ein Album mit Weihnachtsliedern auf und komponierte ein klassisches Requiem für die Toten der Titanic. Für die Teilnahme an dessen Uraufführung mit dem Royal Philharmonic Orchestra am 10. April war er schon zu hinfällig. Der Darmkrebs, der schon seinen Bruder Maurice getötet hatte, war nicht zu besiegen. Nun ist seine Stimme, die so vehement Schmerz in Freude wandeln konnte, für immer verstummt.

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9 Kommentare

Ah, ha, ha, ha, Stayin' alive.

RIP Robin, and thanks for the good times!

Ein wuerdiger Nachruf, dankeschoen.


Da hat ein wirklicher Ausnahmekuenstler die Buehne verlassen! Unglaublich, wie viele Top-Hits Robin Gibb nicht nur interpretiert sondern gleich selbst geschrieben hat - ein seltener Meister seines Fachs.

Unvergesslich!

Die Bee Gees waren einfach großartig.

Was wäre z.B 'Saturday Night Fever' ohne die Musik der Bee Gees gewesen? All time best! Sie sind unsterblich...


Gast: Gustav G.
21.05.2012 09:40
0 7

Es ist bezeichnend für die Presse-Schreiberlinge, dass sie offenbar vom 4. Bruder noch nichts gehört haben.


Re: Es ist bezeichnend für die Presse-Schreiberlinge, dass sie offenbar vom 4. Bruder noch nichts gehört haben.

andy gibb war nie teil der bee gees....

Antworten Antworten Gast: Gustav G.
22.05.2012 13:46
0 0

Re: Re: Es ist bezeichnend für die Presse-Schreiberlinge, dass sie offenbar vom 4. Bruder noch nichts gehört haben.

Andy Gibb war Teil der Familiengeschichte, die Sie auch anschneiden, gleichfalls Sänger und früh verstorben.

11 0

R.I.P.

wir werden dich nie vergessen !

Die Bee Gees

waren eine Band die Jahrzehnte am Popzenit standen mit unvergleichlichen Klassikern. Selbst Elvis spielte immer wieder Bee Gees Lieder in seinen Konzerten wie zb. "Words".

Du gabst viel Freude mit Deiner Musik, mögest du in Frieden ruhen.

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