25.05.2012 12:58 | Meine Presse Merkliste 0

Metal-Festival: Drei rechtsextreme Bands ausgeladen

von Georgia Meinhart (DiePresse.com)

Drei der 20 zum Northern Lights Festival geladenen Bands dürfen nicht auftreten. Die Black-Metal-Veranstaltung wird trotz herber Kritik aber stattfinden.

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[Linz] „Ich habe das Festival genehmigt", erklärt Karl Jaksch im Gespräch mit der „Presse". Trotz anhaltender Kritik wegen rechtsextremer Verdachtsfälle rund um angekündigte Bands des Black-Metal-Festivals Northern Lights will der Bürgermeister der Mühlviertler Gemeinde Reichenthal an der umstrittenen Veranstaltung festhalten: „Wir haben das Northern Lights Festival schon zweimal in Reichenthal gehabt, und es hat noch nie Probleme gegeben", argumentiert Jaksch: „Im Gegenteil: Unsere Nahversorger und Wirtshäuser haben bisher immer davon profitiert."

Etwa 2000 Besucher werden in diesem Jahr erwartet. Allerdings sei nach einer Aussprache zwischen ihm, der Veranstalterin des Festivals und Beamten des Verfassungsschutzes, die gestern, Mittwoch, stattfand, vereinbart worden, dass drei der 20 geladenen Bands von der Festivalliste gestrichen werden. Es sind jene Musikgruppen, die auch von der Sicherheitsdirektion geprüft und schließlich als verbotsgesetzwidrig eingestuft worden sind. Unter anderem eine ukrainische Band, die als Hauptact auftreten sollte und ihre Musik selbst als „das Ertönen schrecklicher Schlachtrufe von arischen Kriegern und wütenden Aufschrei arischer, archetypischer, wölfischer Natur" bezeichnet.

Ruf nach Absage des Festivals

Neonazistische Tendenzen, die sich in solchen Texten, in Bandideologien oder dem Auftreten der Musiker widerspiegeln, sind seit Längerem innerhalb der Metal-Szene unter dem Begriff des National Socialist Black Metal (NSBM) zusammengefasst. Die Rufe, Veranstaltungen, die in die Nähe des NSBM rücken, generell nicht zuzulassen, wurden zuletzt immer lauter: „Wir müssen diesen Verbreitungskanal für Rechtsextremismus ganz dringend schließen und ein Einsickern dieses fatalen Gedankengutes in die Gesellschaft und hier vor allem in die Jugendkultur verhindern", meinte etwa die grüne Landtagsabgeordnete Maria Buchmayr. Grüne, SPÖ, KPÖ, ÖH Linz, das Mauthausen Komitee und der ÖGB haben ein Verbot der Veranstaltung gefordert. Die SJ kündigte in einer Presseaussendung eine „antifaschistische Kundgebung" an. Die oberösterreichische SP-Abgeordnete Sonja Ablinger forderte von VP-Landeshauptmann Josef Pühringer „klare Worte".

Jaksch beeindruckt das alles wenig. Die Kritik am Festival, das am 24. und 25. Juni stattfindet, sei von „extrem links stehenden Kreisen" initiiert worden: „Wir haben jetzt aber auch eindeutig festgelegt: Das ist eine unpolitische Veranstaltung." An einen Imageschaden für sich oder seine Gemeinde glaubt der VP-Politiker nicht: „Im Gegenteil: Ich glaube eher, dass die Reichenthaler sehr wütend über die ungerechtfertigten Reaktionen zu dem Festival sind."

(APA/Red.)

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19 Kommentare
Gast: gast gast
26.06.2011 12:42
0 0

genau

genau. auch wenn die bands rechtsextremes gedankengut verbreiten: sie ziehen immerhin die massen an und da haben auch unsere wirtshäuser was davon.

ergo ist die veranstaltung gut.

ist das övp-linie?

Gast: passerby
20.06.2011 01:08
0 0

wie immer gut recherchiert...

mal davon abgesehen, dass die tickets auf weniger als 1000 limitiert sind und daher erst gar keine 2000 leute erwartet werden können...

- Kroda hat selbst abgesagt, sie wurden nicht von ofizieller stelle am auftritt gehindert:

"We decided to cancel the participation of KRODA in the Northern Lights festival 2011, to allow the organizers of the festival to hold it properly. We would like to note that as the result of examination of security service in Austria, the police and other competent bodies, KRODA was not considered a "fascist," "extremist" or any other "wrong and incorrect" band, and legislatively our performance is not prohibited."
(www.kroda.com.ua)

- mit NSBM hat das wirklich null zu tun, denn NSBM bands würden von vornherein gar nicht eingeladen...würde sich auch nur irgendjemand mal die texte der kritisierten bands durchlesen, dann würde man erkennen, dass keine entsprechenden ideologischen aussagen darin zu finden sind --> kein NSBM

- dass die vorwürfe ausschließlich auf eine einzelne interview aussage und einen shirt aufdruck basieren macht erst recht deutlich, dass die texte von KRODA keine angriffsfläche für antifaschistische kritik bieten.

@ E Müller: kann man nur zustimmen, es ist in der tat lächerlich...wenn ein slave "arisch" und "wölfische natur" in einem satz verwendet, dann muss man sich schon fragen was das mit realen politischen ideologien zu tun haben soll. alleine sich darüber den kopf zu zerbrechen ist schon bedenklicher als die aussage an sich

Gast: E. Müller
19.06.2011 15:23
0 0

Mehr Provokation als echter politischer Hintergrund?

Ich kenne mich mit dieser Musikrichtung nicht besonders aus.

Aber kann es nicht irgendwo sein, dass diese angeblichen "Nazi Bands" in erster Linie die Provokation suchen? Das wäre zumindest nicht neues: Es gibt und gab immer wieder Künstler, die mit rechten Dingen spielen, ohne wirklich davon überzeugt zu sein.

Ich finde die Diskussion um dieses Festival übertrieben und lächerlich.


Gast: Desaster
16.06.2011 14:55
2 0

Ich kann nichts rechtsextremes erkennen, normale Rockmusik!

Lauter Kasperl die sich da aufregen!

Ich habe mit Extremisten nichts am Hut, weder mit linken noch mit rechten, aber:

Überzeugen Sie sich selbst von einem Video einer Gruppe die da auftritt:

http://www.youtube.com/watch?v=ocgA572Memo&feature=related

Da ist überhaupt nichts Extremes zu erkennen.
Sonst ist aber immer von der Freiheit der Kunst die Rede, wenn zum Beispiel Christliche Werte in den Dreck gezoghen werden, gibt es sofort einen Aufschrei der Linken wenn es zu einer Anzeige kommt.


Antworten Gast: no_one_is_innocent
19.06.2011 11:34
0 0

Re: Ich kann nichts rechtsextremes erkennen, normale Rockmusik!

es geht ja auch nicht um alle bands, die dort auftreten sollen. bei aller kritik wird sehr wohl differenziert, aber die tendenz des festivals ist sehr klar, und notwendige abgrenzungen finden nicht statt. stattdessen wird geleugnet und abgestritten, dass sich die balken biegen, und das bei recht eindeutiger sachlage. interessant ist schon auch, wer sich für das festival interessiert:
http://www.aryan-devils.com/forum/showthread.php?t=12338
sehr traurig stimmt auch die tatsache, dass der bürgermeister auch gleichzeitig hauptschuldirektor des ortes ist und die von ihm an den tag gelegte ignoranz gegenüber rechtsextremen umtrieben eigentlich einen rücktritt in dieser funktion nahelegen würden.

Antworten Antworten Gast: gast gast
26.06.2011 12:52
0 0

Re: Re: Ich kann nichts rechtsextremes erkennen, normale Rockmusik!

der server wurde anscheinend vorübergehend abgedreht...

Gast: cugetator
16.06.2011 13:17
3 0

Woher diese Rechtsextremen?

Ja, dieser Rechtsextremismus, woher der nur kommt?
Da predigt man jeden Tag, weist immer drauf hin wie demokratisch doch wir Bonzen sind und dass die Tepperten sich doch nicht so aufregen sollen, weils ihnen eh unter uns Demokraten so gut geht.
Und wie schöns jetzt in Österreich geworden ist, wie bunt, migrantisch und multi-kulti. Und das verdanken die doch alles uns!
Undankbar, die. Aber wer so liberal ist wie wir, der weiss, was man da macht:
Vorallem nie offen anhören oder gar diskutieren. Heruntermachen, als deppert hinstellen, oder noch besser: als ewig gestrig.
Denn der Fortschritt, der zum linksliberalen Paradies führt, der sind wir.
nie

Gast: Andreas Maislinger
16.06.2011 11:25
0 0

Gedenkdiener machen sich Gedanken

Die Gedenkdiener des Vereins Österrreichischer Auslandsdienst haben sich gestern bei der wöchentlichen weltweiten Internet-Konferenz über das Festival in Reichenthal besorgt geäußert und überlegt auch dazu Stellung zu nehmen.

Gast: GEROLL
16.06.2011 08:38
2 1

Freiheit der Kunst

Wenn gleichgeschaltet ist jeder Schaß Kunst, und darf alles. So a konformer Dreck wird in Ö mit Subventionen überschütttet.
Die Meinungsfreiheit in diesem Land ist in Gefahr !

Antworten Gast: gerofl
16.06.2011 09:45
1 3

Re: Freiheit der Kunst

wiederbetätigung soll unter künstlerische freiheit gestellt werden?...sicher nicht!

Antworten Gast: Nil Retrorsum
16.06.2011 09:38
0 0

Re: Freiheit der Kunst

Irrtum, es gibt sie nicht mehr!

Gast: Der-Ich
15.06.2011 19:29
0 1

Recherche

Von guter Recherchearbeit kann man hier keineswegs sprechen, da hier 2000 Besucher angekündigt werden, obwohl die Tickets eigentlich nur auf 800 Stück limitiert sind...
Von dem her wird der ganze Artikel unglaubwürdig...

Gast: hxcvv
15.06.2011 18:27
0 2

Weil sie keine Argumente haben, müssen Verbote her.


1 0

genau,

„das Ertönen schrecklicher Schlachtrufe von arischen Kriegern und den wütenden Aufschrei arischer, archetypischer, wölfischer Natur" - das muss man einfach erlebt haben. Man gönnt sich ja sonst nichts. *gg*

Antworten Antworten Gast: sdfsfd
15.06.2011 19:14
0 2

Re: genau,

Ja und? Es sind nur Worte, vor denen muss man sich nicht fürchten. Außer man kann nicht gegen sie argumentieren. Am besten alle einsperren, schließlich steht ja auch die Erde im Mittelpunkt des Sonnensystems.

Antworten Antworten Antworten Gast: horridoh
15.06.2011 21:41
3 0

Re: Re: genau,

also zwischen "einsperren" und "nicht einladen und nicht für die unerwünschten wortspenden bezahlen" ist ja wohl doch ein dezenter unterschied.

aber leider kennen die linken und rechten keulenkrieger außer schwarz und weiß nicht viel ...

Antworten Antworten Antworten Antworten vaeremas
16.06.2011 11:19
0 0

Re: Re: Re: genau,

Volle zustimmung.

Gast: Krachmusikhörer
15.06.2011 18:05
3 2

Werbeeinschaltung

http://www.northern-lights-festival.com

Wie schröcklich, der Schriftzug des Festivals ist in Rot-Weiß-Rot gehalten.

Dieser Fall von Wiederbetätigung sollte sofort dem Verfassungsschutz gemeldet werden!

4 2

Naja

wenns die KPÖ und der ÖGB verlangen...

Übrigens: Darf "die Stürmer" auch nicht auftreten? Ich finde das nämlich ganz schön braun von der Christl, das sie ihren Namen nicht endlich umändert! Hat sie deshalb soviel Erfolg in Germanien?

"Das Mauthausen Komitee meldete sich ebenfalls zu Wort und verlangte ein Verbot der Veranstaltung:" "Neonazi-Bands und AGGRESSIVE HETZE dürfen nicht geduldet werden". Na bumm!
http://tinyurl.com/5u4osap
http://tinyurl.com/4x829y6

Schmarren, linke Hetze natürlich schon! Irgendwie erinnern mich diese Studentenparolen an die 1930er Jahre...

   

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