Rote Politprominenz zwischen Nord- und Reichsbrücke: Am Samstagnachmittag beehrten Bundeskanzler Werner Faymann und Bürgermeister Michael Häupl (SPÖ) das 29. Wiener Donauinselfest mit ihrer Anwesenheit. Anders als im Vorjahr spazierten die beiden SPÖ-Granden allerdings nicht gemeinsam über das Partyareal. Während das Stadtoberhaupt nahe der Festbühne seine Runde drehte, zeigte der Kanzler am anderen Ende des Geländes - auf der Arbeitswelt-Insel - Routine im Händeschütteln und Posieren vor Kameralinsen. Erst im VIP-Zelt trafen die beiden aufeinander.
Häupl, ausgestattet mit blau-weiß-kariertem Hemd und Sonnenbrille, hatte bei seinem Bummel alle Hände voll zu tun. Man bat dem Chef des Rathauses um Autogramme und gemeinsame Fotos und schrie dem "Buagamasta" von Bierbänken aus Grüße zu. Das Stadtoberhaupt ging mit salutierenden Polizisten ebenso auf Tuchfühlung wie mit winkenden Damen des Roten Kreuzes, von denen er prompt ein Stofftierhündchen geschenkt bekam. Mit im Gefolge hatte Häupl u.a. SPÖ-Landesparteisekretär Christian Deutsch und Vizebürgermeisterin Renate Brauner, unterwegs stieß der - dank Segway äußerst mobile - Wiener Landtagspräsident und Vater des Donauinselfestes, Harry Kopietz, dazu.
Langweilig ist Häupl die alljährliche Inselvisite keinesfalls: "Mir nicht und zweieinhalb Millionen Leuten auch nicht, sonst würden sie ja nicht kommen." Das sei wie beim 1.-Mai-Aufmarsch. "Solange 100.000 Menschen dorthin kommen, solange machen wir das", so Häupl. Line-up-technisch zeigte sich der Bürgermeister nicht allzu versiert - weil: "Mir sind die wichtigsten Leute die Leute, die man hier trifft und mit denen man sich unterhalten kann."
Faymann wiederum zog mit seinem Tross - darunter Gattin und SPÖ-Gemeinderätin Martina Ludwig-Faymann und SPÖ-Bundesgeschäftsführerin Laura Rudas - durch die Arbeitswelt-Insel. Der Kanzler, gestärkt durch Automatenkaffee, posierte - das Sakko um die Schulter geworfen - u.a. vor der Friedensfahne und zeigte sein Geschick im Stockschießen beim Stand der Gewerkschaft Bau-Holz.
"Damals noch mit dunklen Haaren"
Es sei sein 29. Fest, so der Kanzler. Am ersten habe er noch als Jugendlicher, "damals noch mit dunklen Haaren", teilgenommen. Er führe viele Gespräche und habe das Gefühl, "dass die Leute immer direkter auf mich zugehen". Über das Musikprogramm sei er "zu wenig" informiert, bekannte der Regierungschef, "aber den (Reinhold, Anm.) Bilgeri hätte ich mir schon angeschaut". Ein anderer heimischer Musiker unterbrach indes spontan seinen Auftritt auf der GÖD-Bühne: Als Faymann vorbeispazierte, schickte Waterloo - eine Hälfte von Waterloo & Robinson - Grüße und sicherte dem Kanzler seine volle Unterstützung in dessen Kampf gegen Atomkraft zu.
(APA)





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