Warum wurde der Stecker gezogen? Am Samstag, dem 14. Juli endete der zweite Tag des Londoner "Hard Rock Calling"-Festivals unsanfter als gedacht. Der Veranstalter Live Nation brachte Bruce "The Boss" Springsteen und seinen (Überraschungs-)Duettpartner Sir Paul McCartney spontan zum Schweigen. Weil sie die Sperrstunde überzogen hätten, wurde zwei der wichtigsten lebenden Musiker der Ton abgedreht. Argumentiert wurde diese Entscheidung mit dem Schutz der Konzertbesucher, man habe "nur im Namen der öffentlichen Gesundheit und Sicherheit" gehandelt.
Gestern hakte sich die britische Behörde für Gesundheit und Sicherheit (HSE) dann in die Diskussion ein, mit einer Rüge. Direktor Kevin Mayers war nämlich selbst als Springsteen-Fan im Publikum: "Ich war doppelt enttäuscht, nachdem ich hören musste, dass Live Nation 'Gesundheit und Sicherheit' als Gründe für den Konzertabbruch angab", teilte er über die offizielle Website mit. Die Fans hätten seiner Meinung nach die Wahrheit verdient, "diese Sache ist keine Angelegenheit der öffentlichen Sicherheit und Gesundheit".
"The Boss" beendet Konzert in Irland
Zuvor wurden die Veranstalter bereits von höchster Stelle kritisiert. Londons Bürgermeister Boris Johnson kritisierte die Veranstalter. "Das klingt für mich nach einer überzogenen Entscheidung", sagte der Politiker dem Londoner Radiosender LBC. "Hätten sie mich angerufen, meine Antwort wäre gewesen, dass sie in Gottes Namen weiterrocken sollen!"
Mittlerweile konnte "The Boss" sein Konzert auch standesgemäß beenden - in Dublin. Bei seinem Tourstopp in der irischen Hauptstadt begann er den Abend mit dem letzten Lied vom Hyde Park, "Twist and Shout", schreibt der "Guardian". Außerdem habe er einen Vertrag unterschrieben, der das Ende des Konzerts in seine Hände legt: "Nur der Boss sagt, wann Schluss ist".
(sh.)
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