25.05.2012 13:21 | Meine Presse Merkliste 0

Braune Töne? Kritik an Metal-Festival in Oberösterreich

14.06.2011 | 14:05 |   (DiePresse.com)

Politiker fordern ein Verbot des Metal-Festivals "Northern Lights": Dort würden mehrere Bands mit nationalsozialistischem Einschlag auftreten.

Artikel drucken Drucken Artikel versenden Senden Merken AAA Textgröße Artikel kommentieren Kommentieren

Der Frakturschriftzug leuchtet rot-weiß-rot, dahinter soll sich aber "Braunes" verbergen: Beim "Northern Nights"-Festival am 24. und 25. Juni in Reichenthal (Bezirk Urfahr-Umgebung) treten mehr als 20 Bands auf, bei fünf davon seien deutliche Bezüge zum Nationalsozialismus, einschlägige Symbole und beste Vernetzung mit rechtsextremen Gruppierungen festgestellt worden, kritisiert der Grüne Abgeordnete Karl Öllinger. Er fordert ein Verbot des Black-, Pagan- und Folk-Metal-Festivals wegen dieser "braunen Töne".

Unter den Bands, die auftreten sollen, war etwa die ukrainische Blackmetal-Band Kroda. Deren Mitglieder sollen sich schon mehrfach in Interviews nationalsozialistische Aussagen getätigt haben. Nicht nur die Grünen, auch die SPÖ, die ÖH Linz und der ÖGB haben bereits ein Verbot gefordert. Auch der Verfassungsschutz beschäftigt sich mit dem Festival.

Wissen, was sie tun

Öllinger beklagt auch die mangelnde Distanzierung der Veranstalter: So sind im "Gästebuch" der Festivalseite und auf deren Facebook-Seite einige einschlägige Stellungnahmen zu lesen - und keine Erwiderung der Organisatoren. "Würd ich nicht mind 100% dahinter stehen, hätte ich besser erst gar nicht angefangen, gleiches trifft auch auf die gebuchten Bands zu!" heißt es etwa an einer Stelle. "Man muss den Eindruck haben, dass die Veranstalter sehr genau wissen, was sie tun", sagt Ölligner gegenüber DiePresse.com.

Bürgermeister entscheidet am Mittwoch

Für eine etwaige Absage sei Bürgermeister Karl Jaksch (ÖVP) zuständig, erklärte Sicherheitsdirektor Alois Lißl. Das Gemeindeoberhaupt kündigte für Mittwoch eine Entscheidung an. "Wir lassen garantiert kein rechtsextremes Konzert zu", betonte Lißl.

Man habe Jaksch eine Information übermittelt, nun sei er als Veranstaltungsbehörde am Zug. Er habe am Dienstag mit dem Bezirkshauptmann gesprochen und werde noch einmal die für das Festival Verantwortlichen kontaktieren, sagte der Bürgermeister.

 

(APA/her)

Testen Sie "Die Presse" 3 Wochen lang gratis: diepresse.com/testabo
Als Gast kommentieren

...oder einloggen um als registrierter Benutzer zu kommentieren (Vorteile dieser Variante)


Mit dem Absenden Ihres Kommentares erklären Sie sich mit den Forenregeln einverstanden.

*... Pflichtfelder

Sicherheitscode
(Was bringt das?)*



Schwer lesbar?
Neuen Code generieren

Verbleibende Zeichen

9 Kommentare
Gast: Orwell
15.06.2011 08:20
2 1

Die Gedanken sind frei

Im Namen der Kunst und Meinungsfreiheit (besonders Pressefreiheit) ist angeblich alles erlaubt. Das gilt natürlich nicht für jeden. Dem Individuum wird von einer „erlesenen Gruppe“ vorgeschrieben was Kunst ist und welcher Weltanschauung es gefälligst zu folgen hat. Klingt das nicht totalitär? Wehrt man sich dagegen ist man nun Widerstandskämpfer oder Terrorist? Darf man eigentlich noch selbstständig denken ohne sich strafbar zu machen, oder solte man erst eine Gehirnwäsche durch Schule und gleichgeschaltete Medien absolvieren?

Antworten Gast: gast gast
26.06.2011 12:36
0 0

Re: Die Gedanken sind frei

von ausländern erwartet man, dass sie sich benehmen müssen; von ausländischen musikgruppen nicht?

Antworten luftikus
15.06.2011 15:23
1 0

Re: Die Gedanken sind frei

Grün von mir, obwohl ich Metal & Extremismus sch... finde.

Antworten Gast: typ
15.06.2011 09:56
1 0

Re: Die Gedanken sind frei

typische postings in der presse, manchmeil mit kreide im schlund, manchmal ohne. geschichte hat wohl keiner so richtig gelernt.

nurglexxx
14.06.2011 15:37
3 2

.

Solang dabei niemand zu Schaden kommt soll sich doch jeder anhören und anschauen was er will, man sollte nicht alle die dorthin gehen automatisch zu Nazis und Vollidioten abstempeln (SPÖ, Grüne und ÖH, immmer ganz schnell beim verbieten von allem dass nicht in ihr Weltbild passt)

Gast: cugetator
14.06.2011 14:46
7 3

Recht- und Linksextremismus sind nicht verboten

Rechtsextrem zu sein ist in Österreich genauso wenig verboten, wie es Linksextremismus ist.
Ob beides g'scheit ist, ist eine andere Frage, aber
extreme Haltungen gehören genauso zur Demokratie wie gemässigte.
Was das Gesetz verbietet, ist Wiederbetätigung im nationalsozialistischen Sinne. Damit hat sich's,
auch wenn es immer wieder extensiv zu interpretieren versucht wird.

Gast: Schrift
14.06.2011 14:39
10 0

Fraktur

"Der Frakturschriftzug leuchtet rot-weiß-rot, dahinter soll sich aber "Braunes" verbergen" ... Es ist immer wieder höchst ärgerlich, wie die Fraktur missbraucht wird, wenn es um Rechtsradikale und derartige Themen geht (missbraucht von den Medien, wenn sie die Klischees der Fraktur weiterverbreiten, sowie von Rechtsradikalen selbst, die diese falsche Konnotation für sich ausnutzen). Die Fraktur entstand im Mittelalter und wurde danach von zahlreichen politischen Richtungen europaweit verwendet, u.a. auch von den Kommunisten. Von den Nazis wurde die Fraktur letztlich sogar verboten ("Judenlettern")! Zeitgeschichtliche Artikel über die NS Zeit verwenden oft Fraktur für Überschriften und auch bei der Wiedergabe von damaligen Schriftdokumenten taucht die Fraktur auf. So entstand das Vorurteil einer Nazischrift, schon eine seltsame Entwicklung. Die Fraktur aber gehört zu unserem Kulturgut und hat es nicht verdient, zu Unrecht in Verruf zu stehen. Im Gegenteil soll sie, wie alle anderen Schriften, die wir haben, als (Zier-)schrift verwendet werden können. DAS hat sie verdient.

0 1

Re: Fraktur

Nein. Die Frakturschrift ist schuldig, sich am Nationalsozialismus beteiligt zu haben. Genau so wie Runen, Sonnenräder und Swastikas hat sie verboten zu bleiben. Sonst muß und wird sie genauso hart bestraft werden wie letztens eine "Heimseite".
Auch Wölfe sollen in Zukunft verboten bleiben, fressen sie doch als Bürstenbinder verkleidet in Cartoons kleine Schweinchen und bauen sich in Nordostpolen Schanzen.
Alles Pfuigack deshalb folgt in der neuen Geschichtsschreibung auf Sissy und Franzl der Sonnenkönig Bruno.

Antworten Einspruch
14.06.2011 18:56
0 2

Re: Fraktur

Ja! Eine eigene Konvention und Schutzrechte für die bedrohte Frakturschrift!

   

Feedback