Explosiv. Von Westafrika nach Jamaika, weiter in die USA, nach London und retour: Die Rhythmen, die heute Clubs zum Beben bringen, haben oft lange Reisen und unzählige Mutationen hinter sich. Beschleunigt durch das Internet, ist zunehmend irrelevant, woher ein Beat stammt. Weil er längst von überall kommen kann. So wundert es kaum, dass eines der frischesten Stücke des Sommers nach angolanischen Kuduro (der selbst afrikanische Tradition, House und Hip-Hop vereint) klingt – und in Wien-Erdberg produziert wurde. „Oleee“ von Anbuley, einer Wienerin mit Eltern aus Ghana, schreit unverschämt nach Hit. Ein hymnisches, ungemein lebensbejahendes Stück globaler Popmusik. Die anderen Tracks der gleichnamigen EP sind nicht minder fesselnd: clubtaugliche Bassmusik, in der Anbuley und ihr Produzent Florian Richling reduzierter und mit schärferen Beats zur Sache gehen. Ihren Gesang hält Anbuley, die beim Popfest Wien erstmals live auftritt, in Ga, einer der Sprachen Ghanas. Explosiv!
Anbuley: „Oleee“ (Seayou Records)
("Die Presse", Print-Ausgabe, 20.07.2012)

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