In der Popkapitale London finden sich selbst für schwierige Fälle attraktive, locker von den Lippen gehende Labels. Das derzeit grassierende Samstagabendvirus zwingt junge Menschen in Klubs, in denen DJs wie Keb Darge, Little Edith und Snowboy angestaubte Singles applizieren, zu denen schon Oma und Opa abgehottet haben. Diese kommen einerseits tatsächlich von Musikanten aus den späten Fünfzigern und frühen Sechzigern, andererseits von aktuellen Kräften, die einfach patinierter Ästhetik verfallen sind. Perkussionist Snowboy, Londoner Aktivist schon seit Acid-Jazz-Tagen der frühen Neunziger, zählt zu ihnen. Er hat aber auch den Überblick, der ihn zum idealen Kompilator einer Szene macht, die unter „New Vintage“ subsummiert wird. Neben jeder Menge Obskuranten brillieren hier Eli Paperboy Reed, James Hunter, Imelda May, Kitty, Daisy and Lewis sowie Kings Go Forth. Die Sounds sind meist fauchender R&B und quietschiger Mod-Jazz.
Diverse Künstler: Snowboy presents New Vintage (BBE/Hoanzl)
Dancecraze: London tanzt zu patinierten Klängen
02.08.2012 | 17:10 | (Die Presse - Schaufenster)
In der Popkapitale London finden sich selbst für schwierige Fälle attraktive, locker von den Lippen gehende Labels.

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