Nina Simone, der großen Zornigen der afroamerikanischen Musik mit zeitgenössischen Mitteln zu huldigen, könnte leicht schiefgehen. Zum einen wegen der Strahlkraft von Simones charismatischer Stimme, zum anderen wegen der ihr eigenen Spartanität. Die E-Bassistin Meshell Ndegeocello wagt es dennoch. Ihre Songauswahl beschränkt sich nicht auf Eigenkompositionen des großen Vorbilds, sondern beschäftigt sich auch mit Songs, die Simone gecovert und damit gleichzeitig gekapert hat. Also etwa „Please Don't Let Me Be Misunderstood“ und „House Of The Rising Sun“. Mit luftig-leichten, originellen Arrangements und ihrer eigenen, ziemlich leidbeschlagenen Stimme kost sie Klassiker wie „Feeling Good“ und das düster fauchende „Four Women“. Bei einigen Songs hat sie das Mikrofon an so große Stimmen wie Lizz Wright und Cody Chesnutt abgegeben. Besonders eindringlich tönt einmal mehr „Black Is The Color Of My True Love's Hair“.
Meshell Ndegeocello: Pour Une Ame Souveraine – A Dedication To Nina Simone (Naive/Beats International)
("Die Presse", Print-Ausgabe, 17.08.2012)

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