Es lässt sich vorzüglich darüber streiten, ob Animal Collective mit ihrem 2009er-Meisterwerk „Merriweather Post Pavilion“ bei sich und am Höhepunkt angelangt sind – oder bloß an einer von vielen Stationen ihrer 13 Jahre andauernden Reise durch die verzweigtesten Regionen von Psychedelic, Noise, Folk, Elektronik und Pop. Gewiss ist, dass sich jedes neue Werk daran wird messen lassen müssen. Gewiss ist auch, wie das neunte Album „Centipede Hz“ beweist, dass die US-Formation unbeirrt nach vorn blickt. Schon die scharfen Riffs des Openers „Moonjock“ künden von der Abkehr von den berauschenden „Merriweather“-Loops. Und von der Rückkehr des Gitarristen Joshua Dibb aus der Bandpause.
Wieder zu viert, bündeln Animal Collective ihre Stromstöße bisweilen nahe an gängigen Songstrukturen, sind kantiger, hektischer und, ja, rockiger. Nicht so unmittelbar zugänglich wie zuletzt, zeugt „Centipede Hz“ auf faszinierende Weise vom Forschergeist dieser Ausnahmeformation.
Animal Collective - "Centipede Hz"
06.09.2012 | 15:01 | von Holger Fleischmann (Die Presse - Schaufenster)
Forschergeist
TIPP
Animal Collective - "Centipede Hz" (Domino)

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