Gut, die Zeiten, in denen „The Cure“ Überraschendes boten, sind längst vorbei. Als nach Punkminimalismus und Weltekel-düsternis plötzlich unglaubliche Popsongs aus Robert Smith strömten, nur um das Œeuvre seiner Band darauf tief in Breitwandmelancholie zu tauchen. Das neue Album überrascht dennoch, wie schon sein Vorgänger: nicht mit stilistischer Wendigkeit wie einst, sondern schlicht mit guter Qualität, wie man sie in den Neunzigern, als Smith als eigener Nachlassverwalter durch die Lande tingelte, nicht mehr für möglich hielt. Nur die wenigsten der Songs von „4:13 Dream“ sind wirklich meisterlich, „Hungry Ghost“ vielleicht oder der Opener „Underneath the Stars“, aber als Nachhall an frühere Großtaten
wissen sie über weite Strecken zu gefallen. Denn keiner versteht es so wie Smith, Momente des Schwermuts mit einer leichtfüßigen Melodie zu erhellen, ja stellenweise gar ins
Euphorische kippen zu lassen.
The Cure: "4:13 Dream"
14.11.2008 | 14:03 | Von Holger Fleischmann (Die Presse - Schaufenster)
Nach einer langen Durststrecke veröffentlichen The Cure das zweite gute Album in Folge: ein Nachhall an Großtaten vergangener Jahre.
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