Dieses Album ist ideal für angejahrte Rockfans, denen es das Nervenkostüm zerfetzt hat. Der deutsche Pianist und Sänger Jens Thomas hat sich nach früheren, eigenwilligen Hommagen wie jener an den Filmkomponisten Ennio Morricone nun die patinierte Hardrock-Kombo AC/DC zur schmalen Brust genommen. Thomas hat nicht das geringste Problem, seine sensitive Seite zu zeigen. Das bekommen alte Kracher wie „Highway To Hell“ und „TNT“ zu spüren. Unter Zuhilfenahme des hauchigen Trompetenspiels des Finnen Verneri Pohjola bezähmt er die wilden Reißer und verwandelte sie in liebevoll zelebrierte Kleinodien von skandinavisch-ätherischer Jazzanmutung. Der zeitlupenlangsame Flüstergesang erreicht erstaunlich subversive Qualität. „Hells Bells“ verwandelt er in einen zart mystischen Spoken-Poetry-Track, „You Shook Me All Night Long“ wird zur naiven Ballade, wo mit heiligem Ernst das Melodram zelebriert wird.
Jens Thomas/Verneri Pohjola: Sensitiv
27.01.2012 | 12:10 | Samir H. Köck (Die Presse - Schaufenster)
Dieses Album ist ideal für angejahrte Rockfans, denen es das Nervenkostüm zerfetzt hat.
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