Das französische Duo Air hat seit jeher seine eigene Form der Mondsucht: So schickte es im Video zum ersten Hit „Sexy Boy“ einen Affen zum Mond. Und nannte das dazugehörige, von romantischen Science-Fiction-Impressionen geprägte Album „Moon Safari“. Nebenbei machten Jean-Benoit Dunckel und Nicolas Godin Songs über das Surfen auf einer Rakete und ließen Kelly die Sterne beobachten. Kein Wunder also, dass die weltallbesessenen Retrofuturisten erste Wahl waren, als es galt, einen Score für eine wiederentdeckte Farbkopie des 1902er-Stummfilmklassikers „Le Voyage dans la Lune“ von Georges Méliès zu fertigen. Im Gegensatz zu „Moon Safari“ reisen Air dabei zur dunklen Seite des Mondes: Dem Unbekannten, dem Bedrohlichen, sonst bei Air von lieblichen Oberflächen überdeckt, wird auf dem zum Album erweiterten Score meist direkt ins Auge geschaut. Überwiegend mit Live-Ins-trumenten eingespielt, ist es für Air nicht nur eine Rückkehr zum Mond, sondern auch zu alter Form.
Air: Zurück zum Mond
16.02.2012 | 15:40 | von Holger Fleischmann (Die Presse - Schaufenster)
Das französische Duo Air hat seit jeher seine eigene Form der Mondsucht.
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