Wenn hierzulande Gitarren im Geist von Sonic Youth oder Grunge lärmen, ist ein Mann ziemlich sicher dabei: Wolfgang Möstl, Mitglied von einschlägigen Bands wie Sex Jams oder Goldsoundz und Kopf von Killed By 9Volt Batteries.
Nach deren letztem, einmal mehr stürmischen Album „The Crux“ sehnte sich der in Wien lebende Steirer nach simplen, entspannten Popsongs. Mit „Eat Skull“, dem Debütalbum seines seit Jahren mit wechselnden Mitstreitern betriebenen Projekts Mile Me Deaf sind ihm eine Handvoll davon gelungen. Wobei das bei Möstl eben nach Slacker- und Lo-Fi-Pop klingt, ganz als schrieben wir Anfang der 1990er-Jahre. Es ist diese so einfach klingende, aber schwer erzielbare Leichtigkeit in seinen Melodien, die „Eat Skull“ so charmant, ja, verführerisch macht. Sie schweben über einem tuckernden Drum-Computer und verstaubten Keyboard-Klängen, bis die Gitarren bisweilen doch lautstark aufschreien. Diese Vorliebe kann Möstl dann doch nicht lassen.
Mile Me Deaf - "Eat Skull"
14.06.2012 | 17:35 | von Holger Fleischmann (Die Presse)
Slacker-Pop
TIPP
Mile Me Deaf - "Eat Skull" (Fettkakao/Siluh)

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