„I'll Be the Night“. Die Nacht ist im Pop meist ein Traumland, ein „land of a 1000 dances“, in dem Begierden erfüllbar werden. In diesem Stück dieser gar nicht nach Britpop klingenden britischen Band ist nicht (mehr) die Rede von akuten Begierden, es öffnet einen Raum, in dem ein einsames Ich mit der Formel „When I was a child“ beginnt, sich über seine Sehnsüchte klar zu werden. Es klingt von Anfang an, als ob hier etwas zurückgespult und damit erinnert würde, Sounds schwellen an, als ob sie verkehrt abgespielt würden. Kein Schlagzeug. Kein durchgängiger Rhythmus. Nur ein Park von Klängen, die hallen und widerhallen, Gitarren, die zart zirpen, während der Sänger nach Ausdruck ringt, erst für sich betet, dann für die Kinder: „that their wishes may be understood“. Er selbst ist die Nacht, das ist das Mantra, in dem er sich findet, bevor er sich in den Geräuschen verliert, in einem unendlich sanften Läuten. Was für eine Nacht.
Den Song der Woche küren allwöchentlich Thomas Kramar („Die Presse“) und Philipp L'Heritier (Radio FM4). Zu hören ist er am Sonntag zwischen 19 Uhr und 21 Uhr auf FM4.
("Die Presse", Print-Ausgabe, 15.07.2012)


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