„My Hatred Is Magnificent“. „We Must Become the Pitiless Censors of Ourselves“ hieß das letzte Album von John Maus – und das kann man programmatisch verstehen: In der Musik dieses seltsamen, von den käsigen Klängen des Achtzigerjahre-Synthesizerpop besessenen Mannes geht es immer, wenn es um Gefühle geht, auch um deren Kontrolle und Unterdrückung. Hier preist er, von billigen Rhythmen und sehnsüchtigem Zischen begleitet, mit feierlichem Bariton seinen Hass– um nach einem hymnischen Instrumentalteil mit der gleichen Inbrunst, aber mit schwelgerischem Timbre seine Zuneigung zu erklären: „I run, I run for you.“ Keine Frage, dass er dann sofort zur scharf synkopierten Deklaration des Hasses zurückkehrt. „I Hate Music“ hieß ein früheres Stück von John Maus: Er liebt und hasst, er weiß nicht warum, aber er tut es, er spürt es und leidet. Was für eine arge Grottenbahn.
Den Song der Woche küren allwöchentlich Thomas Kramar („Die Presse“) und Philipp L'Heritier (Radio FM4). Zu hören ist er am Sonntag zwischen 19 Uhr und 21 Uhr auf FM4.
("Die Presse", Print-Ausgabe, 29.07.2012)


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