„Electric Candyman“. Dieser Song wohnt in einer unaufgeräumten Werkstatt. Überall knistert elektrostatisch aufgeladener Staub; wo man auch hinsteigt, tritt man auf ein Perkussionsinstrument. Aus diesem Chaos wächst ein – mehr gefühlter als wirklich gespielter – Rhythmus, durchaus vergleichbar mit dem Puls, den Freejazzer fühlten und spielten, als die Großtante des Mannes, der sich Flying Lotus nennt, noch jung war. Doch die Atmosphäre ist nicht die eines Aufbruchs, sondern klaustrophobisch, ängstlich. Dazu passt die Stimme eines Mannes, dessen Band Radiohead der Klaustrophobie und der Angst im Pop einen neuen Ausdruck verliehen hat: Thom Yorke, begleitet von zerrissenen Echos, flüstert etwas über einen Spiegel, in den er starrt. Wer ist der „Electric Candyman“, den er dort sieht? Ist er es selbst? Ein unheimlicher Verführer jedenfalls.
("Die Presse", Print-Ausgabe, 28.10.2012)


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