Bob Dylan und der reiche Mann

Praktizierende Dylanologen: Jim James, Marcus Mumford, Elvis Costello u. a. haben 15 Dylan-Texte vertont – für das Album „Lost on the River: The New Basement Tapes“.

The New Basement Tapes: „Nothing to It“. In der scheinbaren Schaffenspause nach seinem Motorradunfall im Juli 1966 schrieb Bob Dylan nicht nur die Songs, die er gleich mit The Band aufnahm und die später als „Basement Tapes“ erschienen, sondern auch etliche Texte, die unvertont blieben. Etwa diesen ziemlich lapidaren, in der ein Mann sinniert, dass „there's nothing to it“, dass nichts dabei ist: nämlich einen Reichen aufzufordern, ihm gefälligst etwas Geld zu geben. Oder besser: zurückzugeben: „For greed is one thing I just couldn't stand, if I was you, I's put back what I took.“ Jim James, bekannt von „My Morning Jacket“, singt das mit tieferer Stimme als gewohnt, zu einem beherzt rumpelnden Schlagzeug, einem bodenständigen Klavier. Es ist eine Gitarre, die das Fragment vervollständigt: Unverschämt gibt sie ihren scharfen Senf dazu, macht aus der Schnorraktion eine raue Westernszene. The Band hätte ihre Freude damit. Thomas Kramar

Den Song der Woche küren allwöchentlich Thomas Kramar („Die Presse“) und Philipp L'Heritier (Radio FM4). Zu hören ist er am Sonntag zwischen 19 Uhr und 21 Uhr auf FM4. Weitere Infos auf www.diepresse.com/songderwoche und fm4.ORF.at.

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