Song der Woche

Hektik Dialektik (und Haare)

Seit 2013 gibt es Methyl Ethel, erst als Schlafzimmerprojekt von Jake Webb, dann als Trio. Heimatort: Perth, Australien. Neues Album: „Everything Is Forgotten“.

Methyl Ethel
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Methyl Ethel
Methyl Ethel – (c) Methyl Ethel

Methyl Ethel: "Ubu". Unter Dream Pop wird dieses Trio gern eingereiht, aber es klingt verdammt wie Artpop der Spätsiebziger und Frühachtziger, nervöse Rhythmen, neurotische Gitarre, neuropathische Stimmen, neuralgischer Funk. Bei diesem Stück erinnert gleich der Titel an die große Industriestadtband Pere Ubu, und die nach zwei Strophen und einer Bridge zu einem im guten Sinn nervenden Handclapping unablässig wiederholte Zeile („Why'd you have to go and cut your hair?“) greift ein in der Punkära brisantes Thema auf: Soll ich mir die Haare schneiden? Wenn nein, warum? Bin ich bleich genug? Und wohin gehen wir? Es folgt ein vorbildlich simples Instrumentalzwischenspiel, dann, nein, keine weitere Strophe, sondern der haarige Kehrreim, kombiniert mit den ersten Strophen, die darübergelegt werden. Das Ergebnis könnte man mit einem Songtitel der Wiener Neue-Welle-Band Minisex beschreiben: Hektik Dialektik. Gut so. 

Den Song der Woche küren allwöchentlich Thomas Kramar („Die Presse“) und Philipp L'Heritier (Radio FM4). Zu hören ist er am Sonntag zwischen 19 Uhr und 21 Uhr auf FM4. Weitere Infos auf www.diepresse.com/songderwoche und fm4.ORF.at.


[NCYRK]

(Print-Ausgabe, 05.03.2017)

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