Alvvays: So schroff klingt die Scheidung

Von "obskuren Inseln" vor der Ostküste Kanadas holte Sängerin Molly Rankin die Mitglieder ihrer 2011 gegründeten Band Alvvays. Im September erscheint das zweite Album: "Antisocialities".

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Alvvays: »In Undertow«. Es gibt unzählige Popsongs, in denen ein Verlassener (eine Verlassene) die Ex-Partnerin (den Ex-Partner) bittet, sich die Sache - "in the name of love", wie die Supremes sangen - zu überlegen. Dies ist ein Scheidungssong der anderen, der selteneren Art: Zu kühlen, schroffen und doch irgendwie schwelgerischen Klängen erklärt Sängerin Molly Rankin freundlich, aber bestimmt, dass es kein Zurück gibt.

"There's no turning back after what's been said", der Fehler sei gemacht, da helfe keine Astrologie, kein Mond und keine Psychologie. "Meditate, play solitaire, take up self-defense", rät sie, während durch das dichte Rauschen der gefrorene Ton eines Hornes dringt, es klingt fast zynisch, man möchte nicht in der Haut des Angesungenen stecken. Ein fatalistisches Gitarrensolo liegt auf dem Weg, am Ende erreicht Rankin einen hohen Ton, dann bleibt nur Rückkopplung. Und Einsamkeit.

 


Den Song der Woche küren allwöchentlich Thomas Kramar („Die Presse“) und Philipp L'Heritier (Radio FM4). Zu hören ist er am Sonntag zwischen 19 Uhr und 21 Uhr auf FM4. Weitere Infos auf www.diepresse.com/songderwoche und fm4.ORF.at.

 

("Die Presse", Print-Ausgabe, 04.06.2017)

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