Song zum Sonntag

Liebesleid in Manhattan

Dass New Yorker ihre Stadt gern vertonen, weiß man z. B. von Lou Reed. Aber auch Zugereiste wie Frank Sinatra besingen sie gern. So auch Annie Clark aus Oklahoma.

Annie Clark, geb. 1982 in Tulsa, macht seit 2006 als St. Vincent Musik. Auch ihre Videos sind originell, das neueste zeigt nur hohe Stiefel in wechselnden Farben.
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Annie Clark, geb. 1982 in Tulsa, macht seit 2006 als St. Vincent Musik. Auch ihre Videos sind originell, das neueste zeigt nur hohe Stiefel in wechselnden Farben.
Annie Clark, geb. 1982 in Tulsa, macht seit 2006 als St. Vincent Musik. Auch ihre Videos sind originell, das neueste zeigt nur hohe Stiefel in wechselnden Farben.

Sogar ihr Künstlername leitet sich von einem New Yorker Spital ab, vom St. Vincent's Hospital, in dem 1914 der Dichter Dylan Thomas an Trunksucht starb, Clark weiß das aus einem Nick-Cave-Song. So viel zu ihrer Selbstverortung im dramatischen Fach des Pop. Dass sie sich selbst auf Inszenierung versteht, zeigt dieses bittere Liebeslied: „New York isn't New York without you, love“, singt sie erst zu bedächtigem Klavier, dann bringt ein Bass den Puls zum Rasen, während sie konstatiert: „New love wasn't true love.“ Gleich ändert sich die Klanglandschaft wieder, zu breiten Cinemascope-Klängen schwört sie: „For you, darling, I'd do it all again.“ Und all das in den Straßen von New York, in einem kaum zweieinhalb Minuten langen Song. Meisterlich.


Den Song der Woche
küren allwöchentlich Thomas Kramar („Die Presse“) und Philipp L'Heritier (Radio FM4). Zu hören ist er am Sonntag zwischen 19 Uhr und 21 Uhr auf FM4. Weitere Infos auf www.diepresse.com/songderwoche und fm4.ORF.at.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 09.07.2017)

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