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Lower Dens: Ich und die Zähne der Maschine

28.04.2012 | 19:34 |  Thomas Kramar (Die Presse)

Hypnotiseure: Lower Dens aus Baltimore ist ein Quartett um Sängerin/Gitarristin Jana Hunter. Ihr zweites Album heißt "Nootropics". Live spielen sie am 25.Mai im Chelsea.

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Lower Dens: „Brains“. Ist es der Rhythmus der Eisenbahn, einer wild entschlossenen Maschine oder eines erregten Herzens? Egal, das hypnotische Tuckern, das diesen Song aufbaut, hat eine große Tradition, etwa im deutschen Avantgarde-Rock der frühen Siebziger, das klassische Beispiel ist „Hallogallo“ von „Neu!“. Daher kommt es, dass man Lower Dens gern „Krautrock“-Wurzeln attestiert. Bandleaderin Jana Hunter singt mit einer monotonen, geisterhaften Stimme, die auch aus einem männlichen Körper (etwa vom Radiohead-Sänger) oder aus gar keinem Körper kommen könnte, über den Alltag eines Ichs, das „die Zähne der Maschine“ spürt, das in der Mitte des Meeres untergeht. „Everything will change while you're asleep“, heißt es bedrohlich und dann, mitten in ein Meer von Zischen und Murmeln, zum nie enden wollenden Rhythmus: „Don't be afraid.“ Trost oder Hohn? Wer weiß. Jedenfalls ein gewaltiges Stück Musik für die Straßen ins Ungewisse.

Den Song der Woche küren allwöchentlich Thomas Kramar („Die Presse“) und Boris Jordan (Radio FM4). Zu hören ist er am Sonntag zwischen 13 Uhr und 14.30 Uhr auf FM4.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 29.04.2012)

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