Die Idee des neuen Intendanten Alexander Pereira eine "Ouverture spirituelle" eine Woche vor den Salzburger Festspielen zu organisieren konnte mit Starbesetzung umgesetzt werden. Elf Konzerten von Künstlern wie Claudio Abbado, Zubin Mehta, Thomas Hampson, Rudolf Buchbinder, Nikolaus Harnoncourt, Genia Kühmeier oder Eliot Gardiner wird es geben. Für den Konzertchef der Salzburger Festspiele, Matthias Schulz, ist diese neue Reihe eine naheliegende Idee: "Die Ouverture spirituelle erregt Aufsehen, und sie ist gut verkauft. Außerdem ist der Fokus auf christliche und ergänzend auch jüdische Musiktradition in dieser katholisch geprägten Stadt absolut sinnstiftend."
Dicht gestecktes Programm
Der Reigen beginnt mit der "Schöpfung" von Haydn, gefolgt von Händels "Messias", Mozarts "C-Moll-Messe" und Bruckners "Te Deum". Dazu kommt ganz alte Musik christlicher Prägung, darunter nicht nur einige Motetten von Bach, sondern vor allem Claudio Monteverdi, Giovanni da Palestrina, Orlando di Lasso, Josquin Desprez und Thomas Tallis. Auf der gegenüberliegenden Seite des Zeit-Spektrums steht Johannes Maria Staud, an ihn haben die Festspiele einen Kompositionsauftrag vergeben, die Uraufführung ist am 23. Juli.
Mozart ist zentral vertreten, "Die Schuldigkeit des ersten Gebots" und drei weitere Messen werden gespielt. Beachtenswert auch Antonin Dvoraks sehr selten aufgeführte "Messe in D-Dur". Die jüdische Seite der musikalischen Spiritualität soll durch Ernest Blochs "Avodath Hakodesh" für Bariton und Orchester, Arnold Schönbergs "Kol Nidre" op. 39 sowie Noam Sheriffs "Mechaye Hametim" repräsentiert werden. Weiterer zentraler Teil des Konzertlebens im Salzburger Festspiel-Sommer sind auch 2012 die fünf Konzerte der Wiener Philharmoniker. Kaum weniger prominent ist die Liste von Gastorchestern und deren Dirigenten. Zubin Mehta mit dem Israel Philharmonic Orchestra oder Daniel Barenboim mit dem West-Eastern Divan Orchestra und dem Orchestra del Teatro alla Scala stehen auf der Liste.
"Salzburg Contemporary" vs. Tradition
Das Salzburger Mozarteum Orchester wird neben Oper und geistlicher Musik auch heuer seine erfolgreichen und traditionsreichen Matineen spielen, und die Camerata Salzburg gibt Konzerte und Meisterkurse in der Tradition ihres "Spiritus Rektors", Sandor Vegh. Die Liederabende sind mit Elina Garanca, Magdalena Kozena, Thomas Hampson, Christian Gerhaher, Matthias Goerne und Juan Diego Florez denkbar hochkarätig besetzt, und die Solistenkonzerte stehen dem kaum nach. Angesagt sind unter anderem Andras Schiff, Pinchas Zukerman, Maurizio Pollini und Daniel Barenboim, der an drei Abenden alle großen Schubert-Klaviersonaten geben wird.
Die Reihe "Über die Grenze" beschäftigt sich schwerpunktmäßig mit Kammermusik von Antonin Dvorak, und dem Salzburger Hagen Quartett ist heuer erstmals ein eigenen Zyklus gewidmet. Elf Termine mit Musik der Moderne stehen in der Reihe "Salzburg Contemporary" im Konzert-Kalender, und Sondertermine wie der "Young Conductors Award" und das "Young Singers Project" vervollständigen das im Wesentlichen von Matthias Schulz zusammengestellte Konzertprogramm der Salzburger Festspiele 2012.
(APA)
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