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Salzburger Festspiele: Pereira mildert Rücktrittsdrohung

16.07.2012 | 12:40 |   (DiePresse.com)

"Da sind mir ein wenig die Pferde durchgegangen", löscht der Intendant das Feuer seiner Kriegserklärung. Pereira hatte dem Kuratorium mit Rücktritt gedroht, sollte es das Budget nicht erhöhen.

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Alexander Pereira, Intendant der Salzburger Festspiele, hat sich von der eigenen Rücktrittsdrohung distanziert. In einem aktuellen Interview mit dem Nachrichtenmagazin "profil" sagte Pereira: "Da sind mir ein wenig die Pferde durchgegangen. Wir haben uns im Kuratorium hinter den Kulissen inzwischen angenähert, der Donner sollte vorbei sein. Ich habe die Konfrontation nicht gesucht, weiche ihr aber auch nicht aus. Ich hoffe, dass die Dringlichkeit meines Anliegens verstanden wurde."

Der Intendant hatte Mitte Juni dem Kuratorium der Festspiele mit Rücktritt gedroht, falls eine Erhöhung des Budgets von 57 auf 64 Millionen Euro für 2013 nicht abgesegnet werden sollte.

Internationalisierung des Schauspiels

"Um die massiven Tariflohnerhöhungen abzufangen, müssen wir in das Programm investieren und es erweitern, um dadurch mehr Kartenerlöse und mehr Sponsorgelder zu erwirken", erklärte Pereira und kündigte eine Internationalisierung des Schauspiels bei den Festspielen an: "Das ist ein Anliegen von Sven-Eric Bechtolf, dem neuen Chef. Bisher konnten wir im Schauspiel nur mit deutschsprachigen Besuchern rechnen. Das müssen wir öffnen [...] Das wird ästhetisch schwierig, aber das Publikum wird darüber urteilen und Karten kaufen [...] Wir werden uns hier neu vermessen."

Kartenverkäufe sind gestiegen

Pereira zeigte sich erfreut über ein Plus von 24 Prozent bei den Kartenbestellungen in seiner ersten Saison. "Ohne unverschämt zu sein: Salzburg hat wieder Boden zurückzugewinnen. Wir müssen Mozart-Aufführungen produzieren, die man anderswo nicht besser hören kann. Es wird Themen geben wie das Wagner-Jahr, auch da muss auf höchstem Niveau gearbeitet werden. Verdi wird thematisch weitergedacht.

2014 ist Strauss-Jahr, 2015 soll ein großes russisches Jahr werden, und ein wichtiger Sängerdirigent wie der Brite Antonio Pappano muss endlich in Salzburg zu sehen sein. In den Produktionen muss sich eine Grundqualität herstellen lassen, gerade in der Zusammenarbeit von Regisseur und Dirigent. Dieses Problem ist immer noch sehr groß. Schon vor 20 Jahren wollten sie kaum miteinander reden, sich vom jeweils anderen nicht dreinreden lassen. Inzwischen ist es ein Kampf, sie zueinander zu bringen", erläuterte Pereira.

(APA)

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5 Kommentare
Gast: Die Fledermaus
18.07.2012 10:40
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Pappano???

Wenn man schon über Grundqualität redet, dann bitte: was hat Antonio Pappano damit zu tun?

Gast: bitteichweisswas
17.07.2012 09:51
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endlich einer,

der "Nägel mit Köpfen macht" u nach vorne blickt- weiter so, Herr Pereira!!

nur weniges ist wirklich ausverkauft....


.....wer etwas tiefer in die tasche greift kann noch immer zugreifen!

Gast: Kunstkenner
16.07.2012 15:07
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Keine privaten Sponsoren!

Ich zahle gerne 5 Euro mehr für eine Karte, als dass ich mir von Nestle oder Audi eine Ermäßigung schenken lassen muss. Danke, auf euer arrogantes Almosen kann ich gerne verzcihten. Kann man Werbung noch irgendwie entkommen? Den widerwärtigen Postwurf habe ich schon lange abbestellt. Wenn Pereira private Sponsoren will, soll er zurücktreten.

Antworten Gast: Max Meier
17.07.2012 18:06
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Re: Keine privaten Sponsoren!

als Kunst-Kenner müssten Sie eigentlich wissen, das Kunst kaum je ohne privates Sponsoring auskam - vielleicht in weniger aufdringlicher Form: Der Hausherr liess sich in der Bildmitte verewigen, die Kirche gab ein Werk in Auftrag usw.
Um Mainstream entgehen zu können, braucht es z.B. Quersubventionen auch durch Nestle und co. Und 5€ werden nicht ausreichen.
Übrigens würde mich schon interessieren, wer denn die finanziellen Kosten tragen soll?
Und übrigens kann man die Werbung durchaus ausblenden, in dem man sich auf das Geschehen auf der Bühne konzentriert!


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