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La Bohème: Anna Netrebkos Salzburger Puccini-Alleingang

02.08.2012 | 16:40 |  Von Wilhelm Sinkovicz (Die Presse)

Die Diva Anna Netrebko und ihr Traumpartner, Piotr Beczala, vermochten sich gegen eine optische Orgie der Hässlichkeit und gegen ein orchestrales Lautstärkemeer durchzusetzen. Festspiel-Opfer für Einzelkämpfer.

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Man könnte es vielleicht dabei bewenden lassen: Anna Netrebko hat gesungen. Sie hat, wie gewohnt, gute Figur gemacht und sich diesmal als Mimi in Szene gesetzt. Ihr notorisches Theaterblut garantiert, dass der Zuschauer um sie herum jede Szenerie, auch die scheußlichste, vergisst: Wenn diese Künstlerin Puccini-Arien singt, wenn sie als verlorene Kreatur bei eisigen Temperaturen im Schnee kauert, (gleich ob auf einer Autobahnraststätte anno 2012 oder an der Barrière d'enfer zur Zeit des Bürgerkönigs), dann erlebt man ein Frauenschicksal wie in der besten Hollywood-Verfilmung.

Dann ist da ja auch noch Piotr Beczala, ein wahrer Traumpartner von einem Tenor, einfühlsam und bereit, den vollblütigen Sopranphrasen vokalen Nuancenreichtum in der tieferen Oktave an die Seite zu gesellen. Da bleiben sogar Hunderttausende an den Fernsehgeräten hängen, wie die Statistik nach der ORF-Übertragung ausweist. Also? Die Salzburger Festspiele können einen Erfolg verbuchen.

Wahrscheinlich sind Opernfreunde, die ein solches Liebespaar auch noch in adäquater optischer, aber auch orchestraler Verbrämung zu erleben wünschen, Spaßverderber. Aber Fragen bleiben dennoch offen. Regisseur Damiano Michieletto will die Geschichte von der armen Kunstblumenmacherin in die Gegenwart verpflanzen. Gut. Aber warum hat Paolo Fantin das Bühnen-Ambiente bewusst hässlich ausstaffiert?

Paris 2012 oder Kaschau 1986?

Aus der Dachkammer wird eine Müllhalde, aus der Zollstation ein Würstelstand am Autobahnkreuz, aus dem Café Momus ein Minimundus-Paris auf einer gigantischen Projektion des aktuellen Stadtplans. Nur: Welches französische Kind ließe sich derartige Kostüme gefallen? Die Ästhetik Carla Tetis scheint weniger von Paris als von einer Ostblock-Kleinstadt knapp vor dem Zusammenbruch des Kommunismus inspiriert zu sein.

Statt für Moulin Rouge wirbt man denn auch für die Roten Khmer. Auch sonst ist jeglicher Anflug von Poesie – das Libretto ist reich daran! – getilgt. Keine Kerzen werden angezündet, sondern ein Tschick. Die Personenführung nützt kaum den Kontrast zwischen dem Traum vom schönen Leben und der brutalen Realität des Seelenkrimis. Dieser Kontrast aber macht den eigentlichen Zauber dieser Oper aus.

Überdies begibt sich die Regie jeglicher Möglichkeit, in dem Tohuwabohu der Hässlichkeit die vielen Miniatur-Handlungselemente rund um die quirlige Musette sinnfällig werden zu lassen. Nino Machaidze leiht dem Püppchen blendende Figur und recht achtbare Stimme. Wirklich in den Vordergrund spielen kann sie sich im ungeordneten Gewühl nicht einmal mit ihrem koketten Walzerlied.

Die Verhinderungsstrategie hat offenbar Methode. Sie wirkt wie die szenische Entsprechung zur akustischen Komponente dieser Salzburger Premiere. Am Dirigentenpult waltet Daniele Gatti. Und der versucht zwar eine Menge Nebenstimmen der Partitur hörbar zu machen. Das geht aber auf Kosten der großen melodischen Entwicklungen, zehrt also an der Substanz der Komposition. Differenziert darf man das nicht nennen, was die Philharmoniker abliefern, eher zerbröselnd. Gatti zerhackt die Musik in ihre Bestandteile, setzt auf Handkantenschlag-Akkorde und auf Lautstärke. Wo er dämpft, wird der Mangel an innerem Zusammenhang offenkundig: Da tönt es leise, aber völlig leer.

Hohes C hinter der Blechwand

Rauschen die Geigen einmal auf, etwa beim verzweifelten Auftritt der beiden Mädchen im letzten Bild, klingt es mehr nach Lady Macbeth von Mzensk als nach Mimi und Musette. Puccini als Wegbereiter für Schostakowitsch und Strawinsky zu zeigen, falls das beabsichtigt gewesen sein sollte, das grenzt dann doch eher an Denunziation denn an kluge Interpretation.

Das Wichtigste, Puccinis Melos, kommt zu kurz. Die edelste Tugend der Philharmoniker, das behutsame Begleiten von Singstimmen, findet diesmal nicht statt. Im Gegenteil. Piotr Beczalas strahlendes hohes C in der Arie kann der Hörer hinter einer von den Hörnern errichteten Blechwand bestenfalls ahnen. Auch die übrigen Protagonisten leiden unter der Lautstärkenorgie. Alessio Arduini als Schaunard zieht das beste Los: Er präsentiert einen klangschönen Bariton. Massimo Cavalletti könnte es ihm als Marcello gleichtun, befleißigt sich aber nicht derselben klaren Artikulation. Ohne die ist man im großen Festspielhaus, solange ein Dirigent wie Gatti am Pult steht, verloren. Carlo Colombara hat das Glück, dass Collines Mantelarie nur pianissimo begleitet wird und reüssiert als Basso cantante. Der Staatsopernchor, im Konkurrenzkampf mit den Philharmonikern geübt, ist durchwegs hörbar, wenn auch nicht immer im gleichen Takt wie die Instrumentalisten.

All das stört, scheint's, kaum einen Festspiel-Gast. Die Inszenierung geht nach Shanghai. Und, fast hätt' ich's vergessen: Die Netrebko hat ja gesungen . . .

Reprisen: 4., 7., 10., 13., 15., 18. August

("Die Presse", Print-Ausgabe, 03.08.2012)

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117 Kommentare
 
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Der Regisseur bekommt von mir eine vier minus!

Teilweise passten Handlung und Text nicht zusammen. Anstatt wie im Original nach einem Feuer für eine erloschene Kerze zu verlangen, wurde Anna Netrebko gleich als Kettenraucherin hingestellt! Zumindest war dies in einer politisch diktierten Welt, ein sehr mutiger Schritt.

Das Anna Netrebko sich als Punk-Girl sich sichtlich unwohl fühlte, zeigte auch, dass Sie am Ende beim Applaus sich gleich entgleitet hat.

Die handelten Personen sollten die Armut verkörpern, und wurden gleich mit einen Sakko eingekleidet!

Wenn die Leute sich nach Zeitgenössisches sehnen, haben diese in ORF rund um die Uhr die Möglichkeit, triviales, plumpe und billiges amerikanische Fernsehsendungen ohne einer Handlung zu bekommen. Deswegen gehen diese Leute bestimmt nicht in die Oper um gleiches zu bekommen!

Gast: porto5
02.08.2012 09:17
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Gratulation an Sony

Das muss man erst mal schaffen. Die ganze Breite der Bühne mit seinen Kartons vollzustellen. Das war übrigens das Aufregendste an diesem Abend.

als herbert von karajan La Boheme im Salzburger Festspielhaus



dirigierte, sangen freni, holm, pavarotti, panerai und es klang halt anders, berührte.

diese punk, "homless" geschichte mag für ein festspiel passen, einmal und nie wieder....gut so.

der gatti brei war zu erwarten, der sollte die ariadne dirigieren.

fazit herbeigeredete sensationen finden meist nicht statt. so auch in salzburg.


Gast: Konrad44
02.08.2012 08:11
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Ach ja, die neue frische Inszenierung

...ich weiss nicht warum so Wenige das ewig gleiche Spiel durchschauen. Es geht ueberhaupt nicht um einen neuen Blick, eine neue Sicht- oder Denkweise oder sonst eine abgehobene, rein intellektuelle Idee dabei. Es geht in den allermeisten Faellen um nichts Anderes als dass man sich abheben will, um den Unterschied zu anderen Inszenierungen, um die Notwendigkeit eine Schlagzeile zu machen und um Konkurrenz. Plus ein gutes Quaentchen Arroganz, Ueberheblicheit, Ueberbetonung der eigenen Wichtigkeit fuer den Kulturbetrieb. "Neue Masstaebe" setzen, mit allen Mitteln heisst die Parole. Fragen Sie mal privat die Saenger was die von solchen Inszenierungen halten. Meistens NICHTS! Aber aus Sorge ums Engagement halten sie halt oeffentlich den Mund.

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das stimmt nicht

was sie hier sagen.sie dürfen eines nicht vergessen.als die opern geschrieben wurden waren sie zeitgenössisches theater.die leute haben damals gewusst was bohemiens sind,das waren nicht bloss arme kunststudenten sondern wirklich gesellschaftsverweigerer.die haben geld abgelehnt,u.nur versucht irgendwie zu überleben.wie wollen sie das in alten kostümen darstellen,das kommt immer romantisch rüber.
dass die transferierungen in die gegenwart oft sehr holprig sind stimmt natürlich,aber regisseure dermassen zu diskreditieren wie sie das tun ist höchst unfair.die regisseure leisten auch arbeit in der personenführung der sänger,u. schauspielerisch war die 'boheme' in salzburg eigentlich gut.
kurz gefasst:das anliegen moderner inszenierungen ist es,dem publikum die identifikation mit den figuren zu erleichtern.das gelingt besser oder schlechter(ist auch vom stück abhängig),u. diese versuche sind zu begrüssen.

Antworten Antworten Gast: Gast2
03.08.2012 15:30
1 1

Re: das stimmt nicht

Den von Ihnen genannten Regisseuren fehlt üblicherweise das Verständnis der Musik, die zu ihren Inszenierungen ertönt!

Re: das stimmt sicher nicht, weil Blödsinn!

Diesen dummen "Regisseuren/innen" fehlt jegliche Fantasie und sie wollen ausschließlich provozieren! Sie wollen den Skandal, aber das abgestumpfte Publikum macht ihnen auch diesen Gefallen nicht mehr, sondern applaudiert höflich, aber kurz!!!

Gast: b754
02.08.2012 08:10
2 12

die stimmung in salzburg ist leider etwas getrübt

weil die övp mit unseren steuergeldern eine unglaubliche hetzkampangne gegen die altstadtsperre betriebt die eigentlich eine wohltat für die bürger ist aber ein paar möchtegern promiwirte hetzen auf tiefsten niveau mit unterstürtzung der wirtschaftskammer weil ein paar schicki micki nicht mehr mitten in der altstadt am liebsten ja am domplatz parken können es ist wirklich ein armutszeugnis für diese stadt

jung

wie lang ist man eine junge Mimi ....
leider gibt es heute nur mehr sängerisches Mittelmaß.... Aragall, Gianni Raimondi, Pavarotti waren halt Rudolfos, Jurinac als Mimi, Panerai und das alles in einfachen "Repertoire"vorstellungen am Stehplatz der Staatsoper...

was da in Salzburg geboten wird ist grottenschlecht!!!

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Re: jung

man merkt sich halt nur die highlights.

Antworten Gast: Klassikfan
02.08.2012 10:00
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Re: jung

Ja ja, früher war halt alles viel besser, nicht wahr?? ;-)) Und das Schlimmste ist, dass im 21. Jahrhundert auch noch Opern inszeniert werden - ja wo gibts denn sowas?? -, wo man sich doch auf CD (pardon: Schallplatten) und DVDs ungestört anschauen kann, was vor 50 Jahren für alle Ewigkeit festgehalten wurde. Und wehe, es wagt jemand, am Gewohnten auch nur ein bisschen zu kratzen!!

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Re: Re: jung

Ein "bisserl" kratzen am Altbekannten ist sicher erlaubt, doch was sich Reschissöre heute erlauben, geht nahezu allen Zusehern auf die
Nerven. Die sog. Inszenierungen haben mit den ursprünglichen Stücken, seien es Schauspiele oder Opern, nichts mehr zu tun, denn Text und Bild passen überhaupt nicht mehr zusammen. Sollen diese Herren oder Damen doch selber einmal eine Oper schreiben! Die können sie dann im Gänsehäufel oder am Mond spielen lassen, doch Hände weg von der Klassik.

Re: Re: Re: jung

was heißt, nahezu allen zuschauern? Ihnen, Kaunitz, einem mann des 18.jhs.(!), geht es auf die nerven.

Re: Re: Re: Re: jung

Wie aus dem Stricherlverhältnis 6:1 zu sehen dürfte es doch noch einige Leute aus dem 18. Jahrhundert geben.

Re: Re: Re: Re: Re: jung

daran habe ich eh nie gezweifelt.

Wie ist das jetzt

stirbt die Netrebko jetzt täglich?

Mir würde einmal schon reichen. Aber in echt. Und falls das - rein bildlich gesprochen - etwas zu hart ist, dann würde ich mir - um der Kunst willen - einen ganz normalen, chronischen Rachenkatarrh bei ihr wünschen.

Damit endlich Sängerinnen zum Zug kommen, die auch was können.

Re: Wie ist das jetzt

einfach nur bl*öd!

Antworten Gast: zerumen
02.08.2012 10:59
5 0

Re: Wie ist das jetzt

Sie dürften ein schlechter Mensch sein. Wozu sich Tod und Katarrh der Darstellerin herbeiwünschen wenn die einfache und wirksame Lösung im Durchspülen der Zuschauer-Ohren besteht? Vorausgesetzt, allerdings, sie erleben auch mit den Lauschern mit.

0 0

musikalisch 100 punkte. optisch 0 punkte. publikum 30 punkte. ORF zuschauer OARM.


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Re: musikalisch 100 punkte. optisch 0 punkte. publikum 30 punkte. ORF zuschauer OARM.

Ö1 zuhörer am besten dran!

Antworten Antworten Gast: eine Million Milliarden
02.08.2012 13:27
0 0

Re: Re: musikalisch 100 punkte. optisch 0 punkte. publikum 30 punkte. ORF zuschauer OARM.

...einfach zum weiterschalten...

Gast: JJ
02.08.2012 02:43
2 1

Apropos „Boheme“

Sowohl die Wiener als auch die Salzburger Produktion haben Schwächen und (mehr) Stärken.
Wirklich enttäuschend finde ich nur den Umstand, dass Zeffirelli von Berlusconi und Netrebko von Putin sich haben einspannen lassen.

Re: Apropos „Boheme“

absoluter holler!
künstler und wissenschaftler (gilt auch für frauen!) waren zu allen zeiten büttel der politik, das hat aber mit der qualität ihres könnens nichts zu tun.

Gast: Ludwig Mayr
02.08.2012 00:16
3 8

War Sinkovicz tatsächlich dabei?

"Ohne Gespür für Puccinis Melismatik"? Das ist, bitte, unerhört!!! Die Wiener Philharmoniker haben selten so gut gespielt wie unter Daniele Gatti. Ein Puccini zum Schwärmen, was man in der Wiener Staatsoper seit Jahrzenten nicht erlebt.

Re: War Sinkovicz tatsächlich dabei?

Und der Ludwig Mayr hat offensichtlich vergessen, sein Hörgerät einzuschalten!

Re: War Sinkovicz tatsächlich dabei?



zum schwärmen waren die boheme dirigate von karajan, kleiber, levin aber nicht der brei und lärm von gestern abend.


Antworten Gast: laililala
02.08.2012 08:25
10 3

Re: War Sinkovicz tatsächlich dabei?

Leider haben die Philis tatsächlich miserabel gespielt.Es wackelte an allen Ecken.Und der Klang war milde gesagt grob.Jeder weiß,dass d.2.Akt Boheme eine heikle Sache ist,aber dass der Chor fast permanent außeinander mit dem Orchester war,ist zu viel.Die Gesichter der Musiker haben am Ende der Vorstellung auch eine klare Sprache gesprochen.Vom Stolz und Enthusiasmus keine Spur.Eher "nicht wie weg von hier" Ausdruck.Gatti war auch den Sängern keine Hilfe.(halb ausgesungene Phrasen der Machaidze beim Walzer,weil soo langsam am Anfang,abgebrochene Töne der Netrebko,wohl bemerkt wieder eingesetzt,dennoch gepatzt,rhythmisch auslaufende Phrasen NACH den Sängern).
Also...ich war nicht berauscht von dieser Leistung.

Re: Re: War Sinkovicz tatsächlich dabei?

wenn jemand die "philis" schreibt, sollte sie/er sich zu kulturellen ereignissen jedweder art nicht äußern.

Antworten Antworten Antworten Gast: Gast2
03.08.2012 15:35
0 1

Re: Re: Re: War Sinkovicz tatsächlich dabei?

"Die Philis" ist ein Kosename. Etwas Liebliches. Eine Bezeichnung, die besonders von Wiener Berufsmusikern für die Wiener Philharmoniker verwendet wird.

Ihr Vorposter dürfte wesentlich mehr Ahnung haben, als Sie...

Antworten Antworten Antworten Gast: lalilala
02.08.2012 20:14
3 1

Re: Re: Re: War Sinkovicz tatsächlich dabei?

Nur ruhig Blut.
Wir sind nicht in der Schule,sondern in einem Forum.Fühlen Sie sich ganz frei um Kommentare,die Ihrem Snobismus nicht dienen zu überspringen.


Re: Re: Re: Re: War Sinkovicz tatsächlich dabei?

ich fühle mich frei genug, was immer ich will zu posten.

Gast: Klassikfan
01.08.2012 23:42
4 6

Großer Wurf

Ich habe die Generalprobe miterlebt und die Premiere heute Abend am Radio verfolgt. Beide Male gab es sowohl zur Pause als auch am Schluss uneingeschränkten Jubel. Warum wohl? Kann es nicht sein, dass das Publikum ganz einfach begeistert war von den Sängern, dem Orchester UND einer ganz neuen, frischen Inszenierung, die die Handlung in unsere Zeit transportiert, ohne dabei die Handlung und die Musik zu "vergewaltigen"? Erwartet man denn von einer Neuinszenierung im Jahr 2012 wirklich nichts anderes als den xten Aufguss der plüschigen Studentenseligkeit, wie sie Zefirelli vor vier Jahrzehnten - damals durchaus erfolgreich - in die Opernhäuser brachte? Zum Glück ist das Publikum vor Ort offenbar empfänglicher für etwas Neues als der Kritiker an seinem Schreibtisch. Bravo Salzburg!

Re: Großer Wurf

danke, freut mich, dass ich nicht die einzige hier bin, die so denkt.

(aber Sie wissen ja: die guade oide zeit.... der zefirelli, der schenk, die callas, die cebotari, der pavarotti, der gigli... etc. pp.)

Das Publikum in Salzburg

hat noch nie eine echte Leistung bejubelt, die bejubeln sich nur selbst. Mit Umwegen halt.

Oder meint jemand wirklich, dass dass die Barbara Rhett in der Lage ist, ein fachfrauliches Urteil zu diesem Thema abzugeben?


Re: Das Publikum in Salzburg ist höflich, aber meist unmusikalisch!

Und die Rhett ist eine Angestellt des ORF und lobt die Ware des Kramers!

Antworten Antworten Gast: medicinewoman
02.08.2012 10:55
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Re: Das Publikum in Salzburg

Die Rhett ist unter jeder Kritik, aber sehr häufig das Würstel am Kraut.
Sonst Augen zu und Puccini geniessen. Karajan und die anderen sind leider lange schon Vergangenheit. Man muss sich mit dem Heutigen zufriedengeben. Etwas zäh der Dirigent - aber das kennt man ja schon von Wien.
Nicht an Freni, Ghiaurow, Pavarotti denken.
Die Sänger waren excellent.

Re: Das Publikum in Salzburg

Sie sind ja offensichtlich bei jeder Vorstellung dabei. Und falls Sie Frau Rett meinen, was tut denn die gute Frau zur Sache?

Einen großen Wurf würde ich es nicht nennen, aber eine durchaus gelungene Produktion, die ich beklatschen würde.

Antworten Antworten Antworten Gast: Klöassikfan
02.08.2012 09:53
0 0

Re: Re: Das Publikum in Salzburg

Schön wär's, wenn ich öfter in Salzburg in die Vorstellungen gehen könnte.
Und Frau Rett habe ich mit keinem Wort erwähnt. Ich sprach vom Publikum - das von "Freizeichen" aber als völlig inkompetent abgetan wird. Na Hauptsache er/sie weiß als Einzige(r), ob eine Inszenierun gelungen ist oder nicht.

Re: Re: Re: Das Publikum in Salzburg

Ich hatte auf Freizeichen geanwortet, mit Ihnen stimme ich voll überein.

Re: Re: Das Publikum in Salzburg



frau rett schwafelt wirklich unerträgliches ins mikro. ist mehr um ihre fummel, gestern eierspeisgelb, besorgt.

zum weiblichen prawy wird sie nie.

Antworten Antworten Antworten Antworten Gast: Sachs
02.08.2012 14:39
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Re: Re: Re: Das Publikum in Salzburg

Ach lasst mir doch die Frau Rett in Ruh. Am Ende holt der ORF sonst noch den Wagner-Trenkwitz wieder aus der Versenkung, und der wäre wirklich unerträglich.

Antworten Antworten Antworten Antworten Antworten Gast: musikfritz
03.08.2012 13:12
0 1

Re: Re: Re: Re: Das Publikum in Salzburg

Qualifiziert wäre Karl Löbl - eine Reaktivierung sollte überlegt werden, oder man borgt sich Prof. Dr. Walter Hermann aus....

 
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Meinung