Es ist ein glanzvoller Festspielball in Salzburg gewesen. Am Samstagabend wurde die von Intendant Alexander Pereira ins Leben gerufene Tanzveranstaltung in der Felsenreitschule zum ersten Mal als feierlicher Abschluss des Festspielsommers gefeiert. Trotz der kühlen Außentemperaturen waren laut Veranstalter rund 1500 Gäste gekommen, darunter zahlreiche Prominente aus Kunst und Politik. Eine Fortsetzung des Balls im kommenden Jahr sei daher "selbstverständlich", bestätigte Pereira..
"Ich bin sehr glücklich. Der Ball ist das geworden, was ich mir erhofft habe, nämlich ein Künstler- und Familienfest", zog Pereira erfreut Bilanz über den Abend. Es sei sehr schön, sich am Ende der Salzburger Festspiele auf diese Art bei allen bedanken zu können. Dass der Festspielball eine Konkurrenz für den Wiener Opernball werden könnte, wies der Intendant entschieden zurück: "Wir haben nun einen Künstlerball hier und der Opernball ist eine Repräsentationsveranstaltung in Wien."
Lobende Worte von allen Seiten
Auch Salzburgs Landeshauptfrau Gabi Burgstaller (SPÖ) gefiel das Event: "Ich finde den Ball einfach wunderschön und ich glaube, er wird zur Tradition werden." Auch Hotel-Sacher-Chefin Elisabeth Gürtler, die in Begleitung ihres Mannes Helmuth Lohner gekommen war, fand die neue Veranstaltung einfach "wunderbar" und gratulierte den Organisatoren. Ebenfalls lobende Worte kamen vom ehemaligen Intendanten der Mörbischer Seefestspiele Harald Serafin: "Ich bin wirklich glücklich, jetzt wo ich in der Pension bin, also vier Tage nach dem Ende von Mörbisch, einen so schönen Ball zu erleben." Mit dem Festspielball sei nun eine Lücke geschlossen worden: "Das ist der Beginn einer neuen finalen Show für Salzburg."
Unters Publikum mischte sich auch der deutsche Fernsehmoderator Thomas Gottschalk. Dieser hatte am Samstag bereits einen regelrechten Festspiel-Marathon hinter sich: "Ich hab heut morgen mit Verdis Requiem begonnen und beende den Tag mit dem Salzburger Ball." Obwohl er sich mit seiner Tischnachbarin Fürstin Manni Sayn-Wittgenstein-Sayn prächtig unterhielt, fehlte ihm letztendlich doch etwas: "Weil der Lugner (Baumeister Richard Lugner, Anm.) nicht da ist, habe ich noch keine Damen mit großen Oberweiten getroffen, deswegen bin ich schon etwas verzweifelt", meinte der zukünftige RTL-Fernseh-Juror.
Während sich Gottschalk am Ball umsah, warf Dancing-Stars-Juror Hannes Nedbal ein strenges Auge auf das Können der Debütantenpaare: "Ich weiß nicht, ob die in Salzburg tanzen können, aber ich bin optimistisch." Positive Bilanz über den Ball zog auch die Präsidentin der Festspiele, Helga Rabl-Stadler: "Wir haben Grund zum Feiern. So einen schönen Ort für den Ball, wie die Felsenreitschule, den gibt es auf der ganzen Welt nicht."
Dinner, Umzug, Ball
Der Ballabend hatte für 500 Gäste mit Tischkarte in der Fürsterzbischöflichen Residenz schon um 18.00 Uhr begonnen: Dort wurde ihnen ein Galadinner vom Salzburger Haubenkoch Andreas Döllerer serviert. Musikalisch begleitet wurde das Festmenü von einem Auftritt der Sänger des Young Singers Project. Anschließend wurden die Gäste in einem Festumzug von der Residenz in die Ballräumlichkeiten der Felsenreitschule von der Salzburger Postmusik und der Salzburger Bürgergarde begleitet.
Dort angekommen, wurden diese vom Intendanten Alexander Pereira begrüßt. Danach begann mit etwas Verspätung das leicht abgeänderte Eröffnungsprogramm: Sopranistin Daniela Fally trat mit Bariton Markus Werba anstelle des ursprünglich geplanten Simon Keenleyside beim Galakonzert auf. Kurze Zeit darauf eröffneten 48 Debütantenpaare den Ball mit einem Marsch von Mozart, gefolgt von einem Menuett und Landler. Gegen 22.20 Uhr hieß es dann für alle: "Alles Walzer". Einer rauschenden Ballnacht - so wie es diese bereits zu Zeiten des Festspielbegründers Max Reinhardt im Salzburger Schloss Leopoldskron gegeben hatte - stand nun bei seiner Neuauflage in der Felsenreitschule nichts mehr im Wege.
(APA)
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