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Präsident Fischer eröffnete 91. Salzburger Festspiele

27.07.2011 | 13:00 |   (DiePresse.com)

Fischer nahm in seiner Ansprache Bezug auf das Massaker in Norwegen: "Wir lassen uns Demokratie und Menschenrechte weder wegbomben, noch wegschießen".

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Bundespräsident Heinz Fischer eröffnete am Mittwoch die 91. Salzburger Festspiele in der Felsenreitschule. Im Rahmen des Festakts traten auch Festspielpräsidentin Helga Rabl-Stadler, Salzburgs Landeshauptfrau Gabi Burgstaller, Kulturministerin Claudia Schmied und der deutsche Bürgerrechtler Joachim Gauck als Festredner an das Rednerpult. Gauck, der Vorsitzende des Vereins "Gegen Vergessen - Für Demokratie", war führendes Mitglied der Bürgerbewegung der ehemaligen DDR. Er wurde anstelle des ursprünglich vorgesehenen und dann ausgeladenen Schweizer Globalisierungskritikers Jean Ziegler eingeladen. "Ihr Leben, Herr Gauck, ist geprägt vom Mut zur Wahrheit", sagte Festspielpräsidentin Rabl-Stadler in ihrer Begrüßung. Das Motto der diesjährigen Festspiele könnte auch für die Lebensleistung des Festredners stehen.

Fischer nahm Bezug auf Massaker in Norwegen

Heinz Fischer nahm in seiner Ansprache auch auf das Massaker in Norwegen mit mindestens 68 Toten Bezug: "Die ungeheuren Verbrechen eines offenbar rechtsextremen, fremdenfeindlichen, wahngeleiteten Fanatikers in Norwegen müssen auf ein europaweites, festes und unzerstörbares Bündnis von Demokratie, Rechtsstaatlichkeit und Solidarität stoßen. Wir lassen uns Demokratie und Menschenrechte weder wegbomben noch wegschießen." Anschließend spannte er einen Bogen zur Europa-Politik. "Wir müssen ein österreichisches und europäisches Herz haben." Europa sei trotz der Herausforderungen dauerhaft eine große Chance. "Solidarität beruht auf Gegenseitigkeit und ist nicht zum Nulltarif zu haben." Gerade die europäische Kultur sei hervorragend geeignet, dieses europäische Bewusstsein zu stützen. "Immerhin sind Künstlerinnen und Künstler, Regisseure und Dirigenten aus fast 30 Nationen am Programm der Salzburger Festspiele beteiligt."

Burgstaller: "Zynismus der Finanzmärkte"

Gabi Burgstaller meinte in Anspielung an die "Osterfestspiel-Affäre", in der die Staatsanwaltschaft wegen Malversationen gegen acht Beschuldigte ermittelt: "Wir alle haben in dieser Zeit so manche Lektion gelernt." Wer wie die Festspiele auf einen "Hunderter" zugehe, müsse auch einmal ein Gewitter aushalten können. Burgstaller wies auf die Notwendigkeit einer gesellschafts- und kulturpolitischen Gegenbewegung zur "Diktatur des Ökonomismus" und zum "Zynismus der Finanzmärkte und ihrer Ratingagenturen" hin, die "mit einem Federstrich über das Wohl und Wehe ganzer Nationen und damit von Millionen Lebensrealitäten und Zukunftshoffnungen entscheiden". Dass gerade in diesem Jahr "Faust" auf dem Spielplan steht, ist mehr als die Regie des Zufalls: "Wie beklemmend im Faust manche aktuellen Bezüge doch sind: Die Rettung des bankrotten Kaisers durch die 'teuflische' Erfindung des Papiergelds, die Wertschöpfung aus dem Nichts, die Abhängigkeit der Mächtigen von ihren Financiers, der Ersatz bestehender Tugenden durch das neue Ideal von Habsucht und Gier - 'Jedermann' lässt grüßen".

Ministerin Schmied sprach über Kulturpolitik

Kulturministerin Claudia Schmied beleuchtete in ihrer Rede das Verhältnis von Politik zu Kunst und Kultur. Über Jahrhunderte hindurch wurden Künstler im Abendland als Unruhestifter anstatt als konstruktive Kritiker wahrgenommen. Es ist eine der großen Errungenschaften der aufgeklärten Politik, dass künstlerisches Schaffen und intellektuelle Kritik nicht als Störung, sondern als Chance für Erkenntnis und Kurskorrektur und damit als Motor der gesellschaftlichen Entwicklung betrachtet werden. "Kulturpolitik gibt keine Inhalte vor, reguliert Kunst nicht, sondern sie schafft den Rahmen, in dem sich Kunst entwickeln kann." Und dazu bekenne sie sich, betonte Schmied. Österreich habe hier unter den aufgeklärten Staaten des westlichen Europas eine Vorreiterrolle eingenommen. "Erst über die gesellschaftliche Wahrnehmung kann Kunst ihre volle gesellschaftliche Wirkung entfalten." Förderung von Kunst und einer kritischen Öffentlichkeit gehören zusammen, sagte Schmied.

242 Veranstaltungen bei den Festspielen

Die Festspiele werden in diesem Jahr von Intendant Markus Hinterhäuser geleitet und stehen unter dem Generalthema "Das Ohr aufwecken, die Augen, das menschliche Denken". Bis 30. August stehen an 35 Tagen 242 Veranstaltungen an 13 Spielstätten auf dem Programm. Am Mittwoch gehen mit dem "Jedermann" und der Mozart-Oper "Le nozze di Figaro" zwei Premieren über die Bühne.

(APA)

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8 Kommentare
Gast: Pidi
27.07.2011 19:32
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Festspiel fuer alle

Jedermann fuer jeder Mann,weil in Salzburg Kultur nur fuer die Reichen und Chic mIke ist.Ein Buhne an der Salzer und alle können jedermann zuschauen.Die Hotelier sollen auch was fuer die Festspiel zahlen ,weil sie auch mit dem Festspiel gewinnen.Festspiel fuer normal Bürger ist gebeten.

"Wir lassen uns Demokratie und Menschenrechte weder wegbomben, noch wegschießen"

Die Demokratie haben die Regierungsparteien bis zur Unkenntlichkeit demoliert, und die Menschenrechte die NGOs, denen alles ein Menschenrecht ist, was ihnen gerade einfällt.

Also, Fischer, spuck keine großen Töne über nichtexistente Verhältnisse.

Gast: Schnipp,schnapp
27.07.2011 17:10
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Ja, das kann er sehr gut

da ist er Weltmeister, das muß ihn der Neid lassen.
Leider taugt er zu sonst nichts.

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... eröffnete 91. Salzburger Festspiele?

Einundneunzig Mal ein so hochrangiges Event - wetten, dass es auf dieser Welt nicht eine Person gibt, die diesem "Ereignis" in ununterbrochener Reihenfolge "beiwohnte"?

(Es sei denn, derr Juppi H. - der hätte auch Ende der Dreissiger/Anfang Vierziger (s)einen Platz reserviert).

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Präsident Fischer eröffnete 91. Salzburger Festspiele

kann der Heini denn was anderes ?!

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Fischer Festansprache die X-te

vor dem Festbankett - vor der Wahl hat er noch heuchlerisch Frankfurter mit Senf gegessen.

Wobei, bei seinen Reden muss ich immer an Würstel und Senf denken, ach ja und dem Besuch auf der Eierfarm – nach der Wahl sind halt Festspiele und Festbankette angesagt.

Antworten Gast: gast 65
27.07.2011 14:43
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Re: Fischer Festansprache die X-te

was glauben sie, wie anstrengend der job ist - haben sie schon einmal nachgeschaut, wie viele festspiele derzeit zu eröffnen sind ?

Schmied ein Katastrophe

und überdies völlig unpassend mit verschränkten Armen bei der Töchter-Söhne-Hymne!

Meinung