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Brigitte Hobmeier: Salzburgs fesche Biene

06.06.2012 | 16:57 |   (DiePresse.com)

Schauspielerin Brigitte Hobmeier gibt ihr Debüt bei den Salzburger Festspielen. Für sie ist die Rolle in Salzburg der vorläufige Höhepunkt ihrer Karriere.

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Sie ist eines der neuen Gesichter in Salzburg und sicherlich eines der aufregendsten. Die deutsche Schauspielerin Brigitte Hobmeier wird in diesem Sommer die Rolle der Kathrin in Händl Klaus’ Stück „Meine Bienen. Eine Schneise“ übernehmen – ein eher kryptisch anmutendes Stück, in dem Natur und Bienen eine große Rolle spielen. Für die 36-Jährige sind die Salzburger Festspiele damit der vorläufige Höhepunkt ihrer Karriere. Auch wenn die gebürtige Bayerin noch gar nicht so genau weiß, worauf sie sich eingelassen hat. „Ich hatte noch keine Gelegenheit, mit dem Regisseur über das Stück zu sprechen. Aber ein Händl-Klaus-Stück ist keines von den leichten und es wird ein Haufen Arbeit auf uns warten“, sagt sie im Gespräch mit „Kultur Spezial“.

Interessant wird das Stück in jedem Fall werden, ist „Meine Bienen. Eine Schneise“ doch nicht nur ein Theater-, sondern auch ein Musikstück und damit eines der gewagtesten Projekte in Salzburg: „Die Band Franui ist gerade dabei, eine Partitur für das Stück zu schreiben. Da das ganze Stück einem einzigen großen Gedicht gleicht, werden viele Passagen, so wurde es mir geschildert, sehr musikalisch gehalten sein.“ Dass Hobmeier in dem Stück also vor eine große Herausforderung gestellt wird, ist klar – trotzdem freut sie sich schon: Auch weil sie ein großer Fan der Arbeiten von Händl Klaus ist. „Ich schätze seinen Wahnsinn. Seine Sprache ist überwältigend. Die schauspielerische Leistung wird bestimmt mitunter sein, Figuren zu schaffen, die eben nur so sprechen können“, sagt sie. Dementsprechend aufgeregt sei sie schon, gesteht Hobmeier schließlich, auch wenn ihr die Atmosphäre in Salzburg dann doch schon längst vertraut sei. „Ich besuche seit Jahren die Salzburger Festspiele als Gast. Ich mag das Ambiente ungemein, dieses Aufeinandertreffen so vieler Künstler aus den verschiedensten Sparten legt eine wunderbare Atmosphäre über die Stadt.“ Verstecken braucht sich Hobmeier, die sich zwar eher als Stadtkind bezeichnet, aber im kleinstädtischen bayerischen Ismaning aufgewachsen ist, jedenfalls nicht neben österreichischen Kapazundern wie Nicholas Ofczarek oder Birgit Minichmayr. Hobmeier kann selbst schon auf eine beachtenswerte schauspielerische Karriere zurückblicken: Einem breiteren Publikum wurde sie erstmals Anfang der 2000er-Jahre am Schauspielhaus Düsseldorf im Ensemble von Peter Steins Faust-Projekt bekannt. Später übernahm sie zahlreiche bekannte Rollen wie die der Lulu oder die der Viola in Shakespears „Was ihr wollt“. Ebenso konnte Hobmeier als bodenständige „Geierwally“ brillieren oder als Warja in Tschechows „Der Kirschgarten“. Auch in für Deutschland eher schwierigen Rollen, wie die der „Gudrun Ensslin“ in Elfride Jelineks „Ulrike Maria Stuart“, konnte Hobmeier überzeugen.

Und nicht nur das. Neben ihren Erfolgen am Theater konnte Hobmeier, die sich selbst gern als bodenständig bezeichnet, auch das Fernsehen erobern. So spielte sie unter anderem im Tatort und machte sich im ZDF-Drama „Die Hebamme – Auf Leben und Tod“ einen Namen. Was von anderen Schauspielern oft als schwierig angesehen wird – die Arbeit beim Film und im Theater gestaltet sich sehr unterschiedlich – bringt Hobmeier locker unter einen Hut. Ihr gefällt es sogar: „Gott sei Dank löst sich diese Barriere stückweise auf. Ich bin Schauspielerin und nicht Film- oder Theaterschauspielerin. Dass ich beides machen darf, ist für mich ein großes Geschenk“, erzählt sie. Bleibt ihr dann bei all der Arbeit überhaupt noch Zeit für ein Privatleben? Ja. Hobmeier ist mit einem Schriftsteller verheiratet und Mutter eines sechsjährigen Sohnes. Was tut sie mit ihm in ihrer Freizeit am liebsten? „Da wird dann gesportelt.“

(Kultur Spezial vom 26.05.2012)

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