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Schmied stützt Salzburger Festspiel-Kuratorium

14.06.2012 | 16:59 |  Von BARBARA PETSCH (Die Presse)

Kulturministerin Claudia Schmied ist um eine „verbale Abrüstung“ im Budgetstreit bemüht. Kuratoriumsmitglied Peter Radel glaubt nicht, dass Salzburger Festspiel-Intendant Alexander Pereira zurücktritt.

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Kulturministerin Claudia Schmied (SP) stärkt dem Kuratorium im Budgetstreit mit dem Salzburger Festspiel-Intendanten Alexander Pereira den Rücken. „Das Kuratorium nimmt seine Verantwortung wahr, es handelt mit Sorgfalt und in gegenseitiger Abstimmung“, sagte Schmied Donnerstag der Apa: „Die nächste Kuratoriumssitzung am 26. Juli wird entscheidend sein.“ Die meisten Politiker votieren gegen die von Pereira verlangte Budgetausweitung – nicht so die FPÖ. Dass Pereira mit privaten Sponsorgeldern seine Festspiel-Vision umsetzen wolle, sei zu begrüßen, lobte FP-Kultursprecherin Heidemarie Unterreiner.

Wird Pereira zurücktreten? „Ich glaube es nicht“, erklärte Peter Radel, für das Finanzministerium im Festspiel-Kuratorium, am Donnerstag der „Presse“. Bei einer Kuratoriumssitzung am Mittwoch, bei der das Budget für 2013 beschlossen werden sollte, kam es zu einem Eklat zwischen den Vertretern der Subventionsgeber und dem Intendanten. Das Kuratorium unter dem Vorsitz von Salzburgs Landeshauptmann-Stellvertreter Wilfried Haslauer (VP) machte Pereira klar, dass das 60-Mio.-Euro-Budget nicht überschritten werde dürfe. Pereira verlangte 64 Mio. Euro und bot an, weitere Sponsoren zu bringen. In deren Abhängigkeit aber wollen die Festspiele nicht geraten. „Wir haben Pereiras ehrgeizigen Kurs im Vorjahr mitgetragen. Es bleibt weiteres Wachstumspotenzial, aber nicht in derart rasantem Tempo“, erklärte Haslauer: „Strukturen zu vergrößern ist immer einfacher, als Strukturen zu verkleinern.“ Salzburgs Bürgermeister Heinz Schaden (SP) sagte: „Auch wenn Pereira für alles und jeden einen Sponsor hat, wenn dieser ausfällt, kann die öffentliche Hand nicht einspringen.“ Pereira drohte Mittwoch mit Rücktritt: Das Kuratorium fahre „die Festspiele an die Wand“. Beobachter meinen, Pereira „pokere“. Schließlich hat er sich in Salzburg ein Haus gekauft. Seine Devise lautet wie in Zürich: mehr Einmaligkeit.

Neue Kalkulation oder neuer Intendant?

Bereits heuer hat Pereira das Programm in Salzburg stark ausgeweitet, er betonte, zuletzt auch in der „Presse“, wie gut der Kartenverkauf laufe. Er führt zusätzliche Schienen ein wie z. B. dieses Jahr die geistliche Musik. Er will Ur-und Erstaufführungen präsentieren, die nicht nur bei einem Festival mit 78 Prozent Eigendeckung wie Salzburg ein Risiko sind. Haslauer verbuchte am Donnerstag Pereiras Rücktrittsdrohung „als milieubedingte Dramatisierung“. Das Kuratorium werde sich „durch die verbale Zuspitzung nicht unter Druck setzen lassen.“ Schaden betonte, er lasse sich nicht erpressen und nannte Pereiras Rücktrittsdrohung inakzeptabel. Was wird passieren? Entweder Salzburg muss neuerlich einen Intendanten suchen – oder es wird bis zur nächsten Kuratoriumssitzung das Budget adjustiert. Meist wird vor den jeweiligen Festspielen das Budget für das nächste Jahr, also 2013, beschlossen, was aber auf auch Herbst oder Winter verschoben werden kann. Allerdings droht dann die Gefahr, dass der Finanzstreit die Festspiele überschattet. Daher wird vermutlich die Geschäftsführerin und Präsidentin der Festspiele, Helga Rabl-Stadler, sonst keineswegs um einen Kommentar verlegen, doch diesmal ungewohnt schweigsam, mit Pereira den Voranschlag neu durchrechnen.

Ist es nicht kleinlich, die Planung eines Intendanten, der Sponsoren auftreibt, bei einem Weltfestival wie Salzburg, dessen Subventionen zuletzt eingefroren waren, sodass Lohnerhöhungen aus Eigenem finanziert werden mussten, zu beschneiden? „Ja, es wurden die Subventionen nicht valorisiert. Aber die Subventionsgeber haben sehr viel in die Infrastruktur in Salzburg investiert. Dafür findet man kaum einen Sponsor: das Haus für Mozart, das große Festspielhaus, die Felsenreitschule, gerade hat das Finanzministerium wieder 2,5 Mio. Euro überwiesen, das wird nicht erwähnt. Das ärgert mich! Pereiras Gelder sind nicht haptisch, sondern virtuell“, betont Radel und: Eine Erhöhung des Budgets binnen Kurzem von 52 auf 64 Mio. Euro, „das hätte jeder normale Aufsichtsrat abgelehnt“.

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17 Kommentare
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Ein Profi

Pereira ist ein Profi und tut sich in der Laienschar, die sich Kuratorium nennt, schwer. Seine Erfolgsstory in Zürich macht ihn selbstsicher. Anders als die Salzburger Clique, die nicht imstande war die jahrelangen Unterschleifen zu kontrollieren. So eine Mischung birgt Zündstoff. Dennoch sollte man Pereira arbeiten lassen, denn seine Vorschläge und Argumente scheinen mir schlüssig. Die Beckmesser in Salzburg sollten Stolzing-Pereira einfach akzeptieren.

Gast: die fledermaus
14.06.2012 14:17
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nichts neues

Gerard Mortier hat exakt vor zwanzig Jahre die Situation perfekt erkannt und stark denunziert.
Jetzt erkennen es wohl auch andere: etwas stimmt einfach in der Struktur der Salzburger Festspiele nicht. Neue Regelungen muessen her, sodass man immer die praezise Verantwortung fuer jede Entscheidung nachvollziehn kann.
Hoch lebe der Flame, uebrigens...

Gast: Moser
14.06.2012 11:12
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Salzburger

Pereira muss die Unehrlichkeit, Überheblichkeit und Hinterfotzigkeit dieser Salzburger Provinz- und Politpromenierer erst richtig kennenlernen!

Der Verwaltungs- bzw Personalaufwand dieses
Privilegientümpels frisst der Kunst das Geld weg... (über 200 ganzjährig beschäftigte Mitarbeiter!!) Wer soll das bezahlen?

Sponsorgelder, die nur in die Kunst gehen, sind bei dieser Clique eben nicht erwünscht!
Und mehr arbeiten wollen diese eingebildeten Herrschaften auch nicht.

neu besen kehren gut



das kuratorium muss sich nur an den "schnellgang" von AP gewöhnen.

die sind halt alle lahm!

Gast: Swiss Picchio
14.06.2012 09:35
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Alles schon gehabt...

In Zürich kommt uns das alles bekannt vor: wenn AP mehr Geld braucht, droht er mit Rücktritt. Selbst die sparsamen Zürcher Behörden haben ihm das dann bewilligt. Was für ihn neu ist, dass er in Salzburg offensichtlich nicht alles selbst entscheiden kann. Seine Argumentation in der ZIB2 betreffend Personalkosten war auch in Zürich schon oft zu hören. Gestern hat aber selbst Herr Wolf dieses Argument nicht verstanden!
Neum ist: dass die Salzburger Festspiele "Weltfestspiele" sind. Was sollen dann noch die Lokalpolitiker?

Gast: Kaut
14.06.2012 09:03
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Provinziell

Die Salzburger Provinz-Clique streut Pereira Sand ins Getriebe, weil man eigentlich Markus
Hinterhäuser haben wollte und haben will. Mit dem können sie dann alles machen...und die Salzburger Clique ist dann wieder unter sich!

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Re: Provinziell

Markus Hinterhäuser hätten sie ja haben können. Aber da waren sie zu langsam und zu umständlich. Und sicherer fahrt man mit Pereira.

Antworten Gast: schuppanzigh
14.06.2012 10:11
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Re: Provinziell

Genau so ist es. Salzburgs Regionalpolitiker spielen wieder einmal die Rolle der Verhinderer, wie das in Österreich in Sachen Kultur leider immer wieder vorkommt. Besonders perfide ist es, dass sie Pereireas Projekte verhndern wollen, die er zur Gänze aus Sponsorengeldern finanziert.Das entlarvt sie, ganz in dem Sinn, wie es Kaut hier beschriebven hat.

Antworten Antworten Gast: Bondini
14.06.2012 11:25
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Re: Re: Provinziell

Pereira ist ein Vollblut-Impresario.
Kein einziges Mitglied dieses schwarz-roten "Kuratoriums" hat je ein Musikunternehmen erfolgreich geleitet...

Gast: Messalina-X
14.06.2012 08:43
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die Festspiele wenn schon denn schon

sollen die finanzieren, die sich darin sonnen ( Schicki-Micki) und nicht der Steuerzahler

Antworten Gast: Max Meier
26.06.2012 07:37
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Re: die Festspiele wenn schon denn schon

Aber dann bezahle ich auch nicht mehr für die Fussballstadien, Eishockeyfelder, die Sicherheit bei den Fussballspielen, Rockkonzerten, ich bezahle nicht mehr für Autobahnen, usw.

Wenn sie einmal eine ernsthafte Kosten-Nutzen Rechnung machen würden, würden sie staunen!

Nur mit privaten Mitteln

Das schaulaufen der Eitelkeit, wo sich Möchtegernkünstler und zweitklassige Politiker gerne in der Öffentlichkeit präsentieren sollte nicht mit öffentlichen Mitteln unterstützt werden.
Dafür gibt es andere Projekte die es nötiger hätten und auch im Sinne der Steuerzahler wären.

Lohnerhöhungen

bei der Lektüre Gewinne ich den Eindruck, dass der Intendant davon ausgeht, Kosten aller Art würden gewissermaßen naturgesetzlich zunehmen. Ich nehme jedoch an, dass auch im Unternehmen Sbg Festspiele Produktivitätssteigerungen möglich sein sollten. außerdem sehe ich nicht, warum die Qualität von Produktionen immer nur davon abhängt, dass die teuersten Künstler verpflichtet werden und der luxuriöseste Aufwand getrieben wird.
der Charakter des Festivals ist mir unsympathisch, es ist einfach ein Luxusevent für Superreiche, die nur Namen konsumieren wollen und ansonsten findet die übliche Abfeierung von celebrities durch boulevard Medien statt.

Pereira hat Visionen und stellt dafür Sponsoren auf

man sollte Annehmen, daß Politker erfreut sind, wenn ein Intendant proaktiv zur Finanzierung der Festspiele durch Sponsoring beiträgt. Bürgermeister Schaden zeigt auf, daß er zum erhöhten Finanzbedarf der Festspiele zwar nichts beiträgt, dafür aber jede Menge unnötige Wortspenden abgibt.
Offensichtlich meint er, es der Schottermizzi gleichtun zu müssen. Daß Pereira auf diesem Niveau nicht bereit ist, sich für dein Engagement von einem unbedarften Politker anpinkeln zu lassen, ist nur verständlich. Schadensbegrenzung ist angesagt.

Salzburgs Größenwahn heißt nun

Intendant Pereira! Also ein Rücktritt kann sicherlich nicht schaden!

Antworten Gast: jedermann
14.06.2012 06:04
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Re: Salzburgs Größenwahn heißt nun

Fakten? Pereira finanziert durch Sponsoren Projekte abseits der Schicki-Micki Society und wird darob grössenwahnsinnig bezeichnet. Wie verbohrt muß man sein, um einen Rücktritt aus diesem Grund zu befürworten. Schaden ist aufgrund seiner Einmischung ohne etwas zur Finanzierung beizutragen rücktrittsreif! So schauts aus.

schaden bedeutet schaden


erinnere nur an den flimm abgang und die figur des herrn schaden.

der name steht für "die marke"!

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