Wien. Neue Lokale für den Wiener Hohen Markt. Gerade wurde das Ra'mien-to-go des gleichnamigen Gumpendorfer-Straße-Lokals eröffnet, in dem Asia-Nudeln zum Mitnehmen verkauft werden. Noch vor wenigen Monaten hatte sich dort Gastronom Wini Brugger mit einem ähnlichen Konzept versucht. Zwei Häuser weiter steht ebenfalls ein prominenter Wechsel bevor: Franz Haslauer Limes übersiedelt, das Lokal wird von der Figlmüller-Gruppe übernommen.
Der Schnitzel-Spezialist mit seiner über 100-jährigen Geschichte, der in jedem Guide steht, eröffnet damit das dritte Lokal in der Innenstadt. Mit seinen tellergroßen Schnitzeln sorgt er an guten Tagen nach wie vor für Touristenschlangen vor seinen Lokalen. Die Filiale in der Bäckerstraße wird dieser Tage renoviert.
Haslauer hatte dem Familienunternehmen Figlmüller das Lokal verkauft, um seine kleine Gruppe zu konsolidieren. In den vergangenen Jahren hatte das italienische Restaurant Novelli wirtschaftlich nicht sehr gute Zeiten durchgemacht. Zuletzt hatten es Haslauer und sein Geschäftsführer Andres Mikulits mit einem Edel-Brasserie-Konzept versucht – ohne Erfolg. Der Markenname Novelli wird völlig verschwinden. Bekannt war das Lokal auch wegen seines letzten bekannten Koches gewesen: Konstantin Fillipou hatte einen Michelin-Stern erkocht, war aber vor einigen Monaten im Streit gegangen. Das Restaurant in der Bräunergasse wird mit Eröffnung in der zweiten Augustwoche Limes heißen und an das Konzept des bisherigen Lokals am Hohen Markt anschließen. Soll heißen: Mittags werden vor allem die zahlreichen Büroangestellten der näheren Umgebung mit günstigen Menüs bedient werden, abends soll der Barbetrieb und das Küchenkonzept eines „mediterranen Beisls“ neue Gäste bringen.
Die Aufgabe des Novelli fällt mit der völligen Veränderung und Neukonzipierung des zweiten bekannten italienischen Innenstadtrestaurants zusammen: Das fabio's wird völlig renoviert, soll neu und vor allem heller gestaltet werden. Mit Joachim Gradwohl gibt es einen versierten Koch, der zuletzt viele Küchenstationen hinter sich gebracht hat.
Patron Fabio Giacobello und Gradwohl schauen sich dieser Tage viele neue Lokalkonzepte in europäischen Städten an, um ihres noch zu verfeinern. Fest steht, dass es einerseits unkomplizierter und günstiger werden soll und andererseits die bisher streng italienische Küchenlinie aufgeweicht werden soll. Das heißt: Die österreichisch inspirierten Gerichte, für die Gradwohl auch in Lokalen wie dem Meinl am Graben bekannt war, werden wohl auch im neuen alten Lokal auf den Tuchlauben serviert werden. Wiedereröffnet wird im September.
Davor wird es bereits am 27.August eine Lokaleröffnung mit klingendem Namen geben: An diesem Tag wird das Ringstraßen-Hotel Ritz Carlton eröffnet, im Restaurant namens Dstrikt wird Indochine-Chef Wini Brugger die Linie vorgeben, am Herd soll Andreas Schatzscheider stehen und eine österreichische Küche führen. Viel Neues in den Wiener Restaurants für einen Sommer eigentlich.
("Die Presse", Print-Ausgabe, 06.07.2012)
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