Dieses Wort liest sich schwer: Seeigeleis. Und für die meisten isst sich selbiges vermutlich schwer. Neo-Eisproduzent Peter Kail wird die Produktion dieser Sorte daher noch auf unbestimmte Zeit verschieben – wer Seeigeleis kosten will, muss sich bis auf Weiteres auf den Weg zu Tim Raue nach Berlin machen und hoffen, dass diese Sorte dann auch tatsächlich auf der Karte steht und nicht schon durch Eis von chinesischer Schweinswurst ersetzt wurde. Tim Raue betreibt die derzeitigen Kreativeis-Auswüchse schließlich besonders exzessiv. Und beeinflusst damit wohl nicht nur Kochkollegen, sondern hat auch bei Peter Kail auf einen gewissen Auslöser gedrückt.
Im Lepantos bekommt man nicht die allerseltsamsten Sorten, aber doch so einiges abseits der heiligen Trias Vanille-Schokolade-Erdbeer. Sorten, die man eher als Gerichtbestandteil aus der Spitzengastronomie kennt, etwa Gurken-Wasabi-Eis zu Fisch, denn als Kugel für unterwegs. Vanille gibt es als Zugeständnis an Kundenkinder – „obwohl man die nicht unterschätzen sollte“ –, Schokolade und Erdbeer waren zumindest beim „Schaufenster“-Besuch nicht im Programm. „Ich mache Eis für Erwachsene“, sagt Kail. Sieben Sorten führt er in der Vitrine seines clean wie ein Labor gestalteten Geschäfts, „mehr würde die Kunden bei meinen Sorten überfordern“. Wer das wunderbare Gin-Tonic-Eis (das Kail für besonders heiße Tage aufhebt) kosten will, muss derzeit noch nachfragen, ob der Eistüftler seine Geheimtruhe öffnet. Nachdem im Lepantos nur in kleinen Mengen produziert wird, kann Kail leicht neue Sorten austesten. Peu à peu, lautet die Devise, die Kunden nicht gleich überfordern, vielleicht einmal ein Gentlemen‘s-Eis mit torfigem Whisky und schwarzem Tee . . .
Apropos Überforderung: In Japan, wo es diversen „Ich-war-dort“-Blogs zufolge wirklich ungewöhnliche Eissorten wie Kuhdarm, Tintenfisch oder Ochsenzungen geben soll, war Peter Kail noch nicht. Muss er vielleicht gar nicht, es würde ein Kurztrip nach München reichen, wo sich eisliebende Japaner bestimmt auch wohlfühlen: Dort ist nämlich, ebenfalls seit Kurzem, Matthias Münz alias „Der verrückte Eismacher“ am Werk, der mit Sorten wie Backhendl-Eis oder Weißwurst-Eis für kindisches Aufsehen sorgt. Wohl ein klassischer Fall von „einmal gekostet, nie wieder bestellt“.
Der verrückte Eismacher, Amalienstraße 77, 80799 München





Mode für die BrautTrends nicht nur in Weiß
BrautmodeTrends nicht nur in Weiß
FreiluftformDie besten Festival-Looks
Kardashian-WestKinderzimmer geht in Betrieb
Melissa McCarthyPhotoshop-Panne auf Filmplakat