Der gemeinnützige Verein Alive e.V. setzt sich für die weltweite Abschaffung der Todesstrafe ein. Gemeinsam mit den Kreativagenturen Jung von Matt und Rocket & Wink entwickelte die deutsche "Koalition" ein Buch, um auf das Thema aufmerksam zu machen - und zwar mit dem Lifestylethema kochen. Produziert wurde ein Kochbuch für Henkersmahlzeiten. Dazu hat man im Vorfeld Insassen aus Todestrakten der USA befragt, was sie an ihrem letzten Tag essen möchten. Vierzig der Rezepte vom Toast bis zur Süßkartoffelpastete wurden in einem Band zusammengetragen.
Nicht nur der Inhalt, auch die Verpackung regt zum Nachdenken an. Der Umschlag von "Dead Men Cooking" ist aus US-Gefängniskleidung gemacht. Ein Riemen hält das Buch zusammen, der an die Gurte eines Elektrischen Stuhls erinnert. "Dead Men Cooking" wurde an wichtige Entscheider weltweit verschickt, um sie gegen die Todesstrafe zu mobilisieren.
Gefangene in Texas waren von der Befragung zu dem Buch wahrscheinlich ausgeschlossen, zum Tod verurteilte Straftäter dürfen sich in dem südlichen Bundesstaat seit 2011 kein Wunschmahl mehr bestellen. Dieses "unangemessene Privileg" wurde von den Behörden abgeschafft.
Geistig Behinderter im Todestrakt
Derzeit sorgt der Fall Warren Hill weltweit für Aufregung. Der wegen Mordes Verurteilte soll um 01.00 Uhr am kommenden Dienstagmorgen im Gefängnis von Georgia exekutiert werden. Der 52-Jährige tötete zwei Menschen und sitzt seit 21 Jahren in der Todeszelle.
Hill besitzt laut mehreren Gutachten einen Intelligenzquotienten von knapp 70 und gilt daher nach verbreiteter Expertenauffassung als geistig behindert. Deshalb dürfte er nach der US-Verfassung eigentlich nicht hingerichtet werden. Seit dem Ende eines Moratoriums im Jahre 1976 wurden in den USA 1298 Menschen hingerichtet.
(sh.)


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