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Auf der Suche nach dem perfekten Frühstück

20.07.2012 | 18:20 |  von Duygu Özkan (Die Presse)

Rund 20.000 Wiener lassen sich von Barbara Haider und Daniela Terbu Tipps geben, wo sie gut frühstücken können. Sie schreiben darüber regelmäßig in ihrem Blog „Die Frühstückerinnen“.

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Das monothematische Frühstück war gestern. Oder anders ausgedrückt: das einsame Kipferl zur morgendlichen Melange findet man gefühlsmäßig nur noch in Geschichtsbüchern. In Wien hat das Kipferl längst Gesellschaft bekommen – und zwar von Avocadomousse oder Tortillas gefüllt mit Gemüsesorten, die man erst einmal googeln muss. „Es tut sich viel in Wien“, sagt Barbara Haider, „wöchentlich sperrt ein neues Frühstückslokal auf.“ Auf der Karte stehen dann neue Gerichte wie etwa Apfel-Honig-Couscous, die die Eierspeise fast ein bisschen alt aussehen lassen.

Haider muss es wissen, denn sie beschäftigt sich mit dem Frühstück quasi professionell – gemeinsam mit Daniela Terbu geht sie jede Woche frühstücken und berichtet darüber in ihrem Blog www.diefruestueckerinnen.at. Ei, Käse und Semmel werden hier ausführlich kommentiert, wie auch das Service, die Einrichtung – und selbst die Zeit wird gestoppt: „Wie lange es dauert, bis der erste Caffè Latte serviert wird“, lautet eine Rubrik auf der Website.

Vor rund zwei Jahren haben die Frühstückerinnen den Blog ins Leben gerufen, mittlerweile – rund 100 getestete Lokale später – haben sie 20.000 Leser im Monat, und ihre Facebook-Seite hat über 7300 Fans. Was als Hobby begann, ist nach wie vor Hobby – leben können sie davon nicht. Doch mittlerweile redet darüber die halbe Stadt.

Dabei ist die große Resonanz nicht nur online bemerkbar: An den Wochenenden, erzählen Haider und Terbu, sind die Frühstückslokale meist ausgebucht. Und auch in anderen Städten steige das Interesse an ihrem Frühstücksführer. Derzeit sind in Graz, Linz und Salzburg „Frühstückspraktikanten“ unterwegs, die ebenfalls im Blog über die Lokale urteilen werden.

 

Freiland? Bio? Bodenhaltung?

Die Vorgehensweise der Profifrühstückerinnen ist dabei immer dieselbe: Zunächst wird das Essen fotografiert, die Bilder werden onlinegestellt. Dann wird das Ei inspiziert: Freiland? Bio? Bodenhaltung? Oder gar Käfighaltung? (Je nach Eierkennzeichnung auf der Schale.) „Wir haben schon einmal Eier aus Osteuropa serviert bekommen“, erzählt Haider. Eier aus Käfighaltung werden von ihr umgehend zurückgeschickt und im Blog vermerkt. Toastschinken und Haltbarmilch sind weitere Minuspunkte. „Ich bin mittlerweile schon sehr kritisch geworden“, sagt Terbu. Was aber auch im Sinne ihrer Leserschaft sei, denn die meisten wollten gute Qualität und würden auch etwas mehr dafür bezahlen.

Oft würden Leser auch an die Frühstückerinnen herantreten und Lokale empfehlen – v.a. auf Facebook funktioniere der direkte Kontakt relativ problemlos. Bei Frühstückslokalen im Ausland seien Haider und Terbu auch auf Hinweise der Online-Community angewiesen, sagen sie. Tipps für Barcelona, Berlin und andere Orte werden gesammelt und weitergegeben.

Auch immer mehr Lokalbesitzer würden sich bei den Frühstückerinnen melden, besonders dann, wenn das Essen lobend erwähnt wird. Kritik werde bisweilen ungern angenommen, trotzdem würden manche Lokalbetreiber reagieren und Verbesserungen vornehmen. Werden die Frühstückerinnen erkannt, werde deswegen ihr Urteil auch nicht anders ausfallen. „Wir bezahlen immer“, sagt Haider. In anderen Worten: Anfütterung ja, aber nur im wörtlichen Sinn.

 

Frei und verträglich

Damit möglichst viele Speisen getestet werden können, gehen die Frühstückerinnen meist zu mehrt essen. Dabei werden die Klassiker, wie Haider und Terbu sie nennen, immer bestellt: Ei, Joghurt, Semmel, das Standardrepertoire eines jeden Menüs eben. Ob sie ein bestimmtes Lieblingslokal haben? Gleich mehrere, sagen die Frühstückerinnen.

Eine Top-Ten-Liste, die auf der Website zu sehen ist, haben sie erst kürzlich erstellt. Neu sei auf ihrer Internetseite auch die Einteilung der Frühstücksrezensionen in Sparten wie „Land und Luft“, „Frei und verträglich“ oder „Markt und frisch“. Und natürlich auch „Tradition und Kaffee“. Denn trotz aller exotischen Papayasaucen – das Kipferl zur Melange, das wird es in Wien wohl immer geben.

Auf einen Blick

Frühstückerinnen. Barbara Haider und Daniela Terbu gehen frühstücken und kommentieren das Essen in ihrem Blog. Die Artikel sind in Sparten wie „Land und Luft“ oder „Brunch und Buffet“ unterteilt. Die Qualität und Herkunft der Eier wird eigenen Angaben nach streng beurteilt.

WEITERE INFORMATIONEN UNTER

www.diefruehstueckerinnen.at

("Die Presse", Print-Ausgabe, 21.07.2012)

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26 Kommentare
 
12

sinnloser Blog

Wer nicht einmal fähig ist, sich sein Frühstück selbst zuzubereiten, sollte das Bloggen über Essen besser lassen.

Gast: gast:1
22.07.2012 11:55
0 0

@ DiePresse

Leute, euer Link stimmt nicht - gleich doppelt nicht:

1. hinter .at kommt kein weiterer Punkt
2. Frühstück schreibt man mit "h"

jössas....

Liebe Frühstückerinnen!

Jetzt weiß ich wo ich mir Lokaltipps holen kann!

Re: Liebe Frühstückerinnen!

Wieso? Lieben Sie osteuropäische Eier?

Osteuropäische Eier & Mediadaten

Hallo liebe Kommentatorinnen,

wir wollen nur zwei Anmerkungen hier hinterlassen:

1. bei den osteuropäischen Eiern handelte es sich um Eier von Hühnern aus Käfighaltung. Das stand nicht im Artikel. Wer uns kennt, weiss, dass uns das Thema sehr am Herzen liegt und wir um Aufklärung bemüht sind.

2. Mediadaten: wir gehen nie Kooperationen mit Frühstückslokalen ein, alle Artikel basieren auf unseren persönlichen Erfahrungen und können nicht "gekauft" werden. Kooperationen führen wir mit Unternehmen durch, die gut zu uns und unseren LeserInnen passen - meist handelt es sich dabei um Gewinnspiele für unsere Fans und LeserInnen.

Wenn es weitere Fragen gibt, sind wir unter kueche(AT)diefruehstueckerinnen(DOT)at für euch erreichbar!

Habt noch ein schönes Wochenende!
Liebe Grüße, Dani & Barbara

Re: Osteuropäische Eier


zu Hühnerhaltung empfehle ich das Buch: Der große Bio-Schmäh

Das verschiedentlich abgebildete Fühstücksgebäck stellt sich für den Fachmann als miderwertigste Tiefkühlware dar.

Leider haben die Ansprüche an Brot - und Gebäcksqualität durch industriell Erzeugtes und grundsätzlich Aufgebackenes im Handel und in Bäckereiketten einen vorläufigen Tiefpunkt erreicht.

Echte Handwerksqualität erhält ,an nurmehr in wenigen handwerklichen Bäckereifamilienbetrieben.

Re: Re: Osteuropäische Eier

Danke, das Buch kennen wir, aber irgendwo muss man ja beginnen und wir versuchen es eben über diesen Zugang.

Zum Gebäck: auch da stimmen wir dir zu - ein Gragger-Gebäck oder ähnliches wäre fein - aber leider nicht immer zu haben. Wenn es Handsemmel oder eben Gebäck von besserer Qualität gibt, wird das von uns jedenfalls in der Bewertung honoriert und im Text hervorgehoben!

Liebe Grüße, Dani & Barbara

Gast: Hää
21.07.2012 14:22
0 0

uiuiui

Bevormundung, Ermahnungen, Coaching ?
Davon kann ich aber in diesem Artikel nichts lesen.

Wenn ich mich mal in einem Forum derart abreagieren muss,
"klingelts bei mir, dass ich einen Psychiater brauche."

tu felix austria

So und jetzt hole ich mir die nächste Tageszeitung
und blättere im Lifestyleteil, um mich über die
Irrelevanz der dortigen Artikel zu echauffieren.

Guten Tag.

Gast: Martin aus Wien
21.07.2012 10:48
1 1

...

Um Gottes Willen...Eier aus Osteuropa!!! Wie schrecklich!!!

Re: ...

Lieber Martin,

wie oben im Kommentar beschrieben: es handelte sich um osteuroäische Eier aus Käfighaltung. In Österreich ist diese Art der Haltung verboten bzw. gibt es nur mehr eine Übergangsfrist bis 2020 - daher finden wir das sehr wohl erwähnenswert.

Liebe Grüße, Dani und Barbara I Die Frühstückerinnen

Gast: Anne
21.07.2012 10:12
1 1

Lasst die Leute essen was ihnen schmeckt

Mir hängen diese ewigen Bevormundungen und Ermahnungen zum Hals raus.
Jeder soll sich ernähren wie er will, umso weniger Aufhebens ums Essen gemacht wird, umso natürlicher ernähren wir uns.
Sicherlich ist aber den Eltern eine Vorbildwirkung, wie in allen anderen Bereich, nicht abzusprechen. Wenn die Mütter/Väter sich bemühen halbwegs einen abwechslungsreichen Speiseplan zu bieten kann es keine Probleme geben.

0 1

wer gut frühstücken will geht einfach ins Cafe Imperial. wer schon einmal dort war, versteht auch gleich WARUM das so ist!!! natürlich hat alles seinen Preis, aber die Leute die man dort trifft, leiden gsd nicht an dieser heimtückischen Volkskrankheit der Österreicher: Kleinkariertheit!!!


Antworten Gast: UKW
21.07.2012 08:02
1 1

Re: wer gut frühstücken will geht einfach ins Cafe Imperial. wer schon einmal dort war, versteht auch gleich WARUM das so ist!!! natürlich hat alles seinen Preis, aber die Leute die man dort trifft, leiden gsd nicht an dieser heimtückischen Volkskrankheit der Österreicher: Kleinkariertheit!!!

Meine Nachbarn leiden auch "an dieser heimtückischen Volkskrankheit der Österreicher": Er ist Hilfsarbeiter, sie arbeitet nur halbtags, damit sie sich um die drei Kinder kümmern kann. Die sind auch so "kleinkariert" und würden wegen dem hohen Preis niemals ins Imperial frühstücken gehen. Richtig spießig. Von der Sorte gibt es genug. Gott sie dank, triff man die nicht im Imperial und Sie können dort unter Ihresgleichen bleiben, um in Ruhe Ihr Sekt und Kaviarfrühstück zu genießen.

+ freilandeier und gute qualität am frühstückstisch

ist dem nicht so, ändert so mancher aufgrund von kritik sein frühstücksangebot

das ist doch erfreulich - bravo den beiden damen !

Antworten Gast: UKW
21.07.2012 07:51
1 0

Re: + freilandeier und gute qualität am frühstückstisch

Einfach mal auf "Mediadaten", wie von mir in meinem Posting unten beschrieben, dann das Hiirn einschalten und vielleicht wird ihnen dann klar, dass die Welt nicht zuckerlrosa ist, weil diese Leute nicht selbstlos ihre Zeit zum Testen verwenden, sondern kommerzielle Interessen verfolgt werden. "wir unterbreiten Ihnen ein maßgeschneideres Angebot" heißt, dass man positive Kritiken kaufen kann. "Vermarkten", heißt verkaufen. Wachen Sie auf! Oder sind Sie selbst eine der beiden Damen?

Gast: UKW
21.07.2012 00:51
2 0

Bereits der erste Blick auf die Homepage macht skeptisch

Auf den Tellern liegen Tiefkühlsemmeln, die aufgebacken wurden (das sieht man). Da fragt man sich nicht nur, warum ausgerechnet diese Frühstücksangebote so auffallend präsentiert werden und vor allem warum es nicht kritisiert wird.

Ein Klick auf "Mediadaten schafft Klarheit, offenbar hat diese einfache Übung der Presse-Blitzgneiisser nicht geschaff:

"Unser Frühstücks-Angebot
Wir frühstücken gerne mit netten Menschen und Produkten von guter Qualität. Wenn Sie also nett sind und/oder ein tolles Produkt, das zu den Frühstückerinnen passt, vermarkten wollen, kontaktieren Sie uns doch! Wir freuen uns auf ein Kennenlernen, vielleicht ein gemeinsames Frühstück und sicher ein maßgeschneidertes Angebot, das Ihnen „schmeckt“!
Natürlich senden wir Ihnen gerne die aktuellen Mediadaten der Frühstückerinnen vorab zu."

Re: Bereits der erste Blick auf die Homepage macht skeptisch

Lieber UKW,

kein Grund zum Misstrauen - unsere Artikel sind nicht käuflich, wir lassen uns nicht einladen und haben auch sonst nichts mit den Lokalen zu tun. Unsere Tests sind subjektiv und es geht uns um eine gute Übersicht über die Wiener Frühstücksszene, die jeder so verwenden kann, wie er/sie will - oder eben gar nicht :) Kooperationen gehen wir nur mit nicht-gastronomischen Unternehmen ein - es handelt sich dabei meist um Gewinnspiele für unsere Community auf Facebook bzw. am Blog. Zu den Tiefkühlsemmeln: ja, das kann schon sein, dass die am Foto zu sehen sind - wenn das so ist, findest du mehr Info bzw. eine kritische Anmerkung zur Qualität im Artikel selbst. Prominente Platzierungen gibt es bei uns nicht: der aktuellste Artikel steht ganz oben - so einfach ist das. Wenn noch Fragen offen sind, können Sie sich gerne via Mail bei uns melden --> kueche(AT)diefruehstueckerinnen(DOT)at

Liebe Grüße, Dani & Barbara I Die Frühstückerinnen

Und wieder eine Webpräsenz

ohne die die Menschheit durchaus genausogut leben könnte.

Re: Und wieder eine Webpräsenz

Ganz im Gegensatz zu Ihren Intelligenzbeiträgen, die sind nämlich nicht nur offensichtlich unvermeidlich sondern auch unverzichtbar.

Gast: Altmodischer
20.07.2012 21:57
5 0

Zuhause Frühstücken, das geht nicht???.....

....z.B. eine Familie gründen und Zuhause Frühstücken, ist das Altmodisch??? Der Blick, von der Ei-essenden Frau auf den Bild, wundert mich nicht, dieser Blick verkörpert den Istzustand der heutigen Gesellschaft, ALLE WOLLEN FRÜHSTÜCKEN, aber KEINER will es machen.....
be.es: aber nur wegen einen Frühstück alleine, sollte man keien Familie gründen, da soll auch noch ein Abendessen dabei sein!

Antworten Gast: Bruncher
21.07.2012 07:37
1 1

Re: Zuhause Frühstücken, das geht nicht???.....

... und was genau hat eine Familie mit der Suche nach dem perfekten FS zu tun?

Warum ist ein netter Brunch mit Freunden progressiv?

Könnte es hier einfach nur um das Erleben gehen?

Re: Re: Zuhause Frühstücken, das geht nicht???.....

Sin Sie im falschen Forum? FS = Fernsehen. Aber was ist ein Brunch?

Oops

Ist da nicht im Text und der verlinkten URL ein Fehler (fehlebndes "h").

Gast: Verbesserer
20.07.2012 21:34
0 0

Im Kasten stimmt der link, habe ich gerade gesehen :-)


Gast: Textverbesserer
20.07.2012 21:34
0 0

Fehler!!!

Der link
www.diefruestueckerinnen.at.

ist natürlich falsch. Richtig ist
http://www.diefruehstueckerinnen.at

Gast: gehts uns schlecht?
20.07.2012 21:22
2 0

gefühlsmäßig

..wissen die Leute nicht mehr, was sie tun. Wenn ich einmal einen Coach fürs Frühstück brauche, klingelts bei mir, dass ich einen Psychiater brauche. Trotzdem für die Frühstückscommunity: bitte schaut`s auf Euch, damit euch ja nix passiert.

 
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