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Wiener Wurst ganz international

05.08.2012 | 16:34 |  von Eva Winroither (Die Presse)

Sauce, feines Brät und manchmal sogar Kaviar – das Wiener Würstelangebot geht schon längst über Burenwurst, Frankfurter & Co. hinaus. In letzter Zeit wurde es durch einige internationale Angebote bereichert.

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Wien. Für den echten Wiener mag das Würstchen im ersten Moment befremdlich schmecken. Das Brot ist weich und leicht zu durchbeißen. Ein paar Millisekunden später wird Sauce den Gaumen treffen, danach kommt gleich etwas Bekanntes (endlich: Frankfurter!) – doch ganz ohne Hülle und so schnell durchgebissen, dass man sich fragen kann: War da überhaupt was?

Ja, da war was. Ein amerikanischer Hotdog. Den verkaufen Leonie Mayer-Rieckh und Matthias Hofer seit 1. Juni mit ihrem mobilen Würstelstand Hildegard Wurst. Damit stehen sie stellvertretend für eine Erweiterung des Portfolios in Wiens Wurstsektor, das in den vergangenen Wochen durch einige internationale Angebote bereichert wurde. Was mancher Wiener auch für notwendig hält, war oft die spannendste Frage der Auswahl, selbst bei gut sortierten Würstelständen: „Semmel oder Brot?“

Doch das ist längst nicht mehr genug. „Ich war immer ein bisschen gelangweilt, wenn ich mir das Fast-Food-Angebot in Wien angesehen habe“, erzählt Mayer-Rieckh von Hildegard Wurst. Pizza, Kebab, Durchschnittswürstel – daran hatte sich die 30-Jährige schon längst abgegessen.

Ein halbes Jahr nach der Erkenntnis fahren sie und Matthias Hofer mit ihrer umgebauten Piaggio Ape – einem Moped mit integriertem Wurststand – durch die Stadt. Oder von Veranstaltung zu Veranstaltung. Denn Hildegard Wurst geben ihre Hotdogs (3,50 Euro das Stück) vorwiegend bei Events wie zuletzt dem Popfest oder privaten Feiern aus. Seit vergangener Woche steht ihr Gefährt auch jeden Donnerstag auf dem Margaretenplatz. Geboten werden fünf verschiedene Hotdogs. Bei allen gleich ist nur das Brötchen und die Wurst – eine hüllenlose Frankfurter von Radatz. „Danach kommen unterschiedliche Beilagen rein und ein Topping drauf“, sagt Hofer. Beim Hotdog „New York“ gibt es Tomatenrelish mit Sauerkraut und Senf; „Malmö“ enthält Gurke, Senf und Zwiebel. Alles auch erhältlich mit Tofuwurst.

Currywurst für deutsche Wiener

Einer, der sich zwar geschmacklich nicht gelangweilt, wohl aber den Geschmack der Heimat vermisst hat, ist Andreas Scheuer. Der 46-Jährige verkauft deutsche Currywurst in der „Wurstbotschaft“ am Wiener Donaukanal. „Wenn ein Deutscher nach Hause kommt, geht er zuerst zum Currywurststand“, sagt Scheuer, der vorher in einer großen Versicherungsfirma tätig war. Doch rund 80.000 Exildeutsche in Wien müssen künftig nicht mehr nach Deutschland fahren – Scheuer hat sie als Zielgruppe entdeckt.

Lang überlegt, ob er die Currywurstbude umsetzen soll, hat der  Berliner daher nicht. „Wir haben erst am 13. Mai beschlossen, dass wir das machen werden.“ Am 1. Juni wurde der Stand – als Teil des Wiener Lokals Adria – eröffnet. Davor hat sich Scheuer zwei Wochen lang durch alle möglichen Currywurst-Rezepte gekocht. Weil er die Würste nicht importieren konnte („das geht nicht, wenn man die Qualität halten will“), musste er eine entwickeln lassen. Ins Geschäft ist er mit dem Wiener Wursthersteller Trünkel gekommen. Jetzt gibt es eine eigens von Trünkel und Scheuer kreierte Currywurst mit feinem Brät. Auch die drei Currywurst-Saucen (Berlin, Bochum, Sylt) produziert Trünkel nach Scheuers Rezept.

Mit der Wurst stellt Scheuer nicht nur Deutsche zufrieden – auch die Wiener finden langsam Geschmack daran. „Am Anfang sind viele ja noch reserviert“, sagt Scheuer, dessen Berliner Akzent auch nach vier Jahren in Österreich deutlich zu hören ist. Das würde sich aber ganz schnell legen.

Keine kulturellen Werte, dafür eine ungewöhnliche Geschmackskombination (und einen guten Marketing-Gag) verkauft Thomas Danecek mit seiner „saucisse au fromage avec caviar“, zu Deutsch „Käsekrainer mit Kaviar“. Die Edelwurst gibt es bei seinem Würstelstand Ubox am Schwedenplatz. Immerhin, zwei- bis dreimal am Tag soll die Wurst für 15 Euro das Stück über die Theke wandern. Dafür bekommen seine Kunden eine Käsekrainer, Beilagen und ein Baguette mit Imperialkaviar. Gekauft wird das Würstel vorwiegend von Touristen. Für echte Wiener mag eine Käsekrainer mit Kaviar dann doch etwas befremdlich schmecken. So international ist man dann auch wieder nicht.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 06.08.2012)

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7 Kommentare
Gast: eamon clever
17.08.2012 15:18
0 0

wohl die städte verwechselt

geh bitte - tomatenrelish und sauerkraut ißt man maximal in chikago, vielleicht eher mit senf aber hot dog new york muss sein onions, mustard und von mir aus tomatenrelish....

Gast: joebhing
14.08.2012 10:12
0 0

Sehr gute Currywurst!

Wenn ich zu meinen Eltern fahre und in Bayern eine Currywurst esse, war ich oftmals enttäuscht. Oftmals passt die Sauce überhaupt nicht, oftmals einfach ein leerer Tomatengeschmack - bei der Currywurstbotschaft aber nicht! Diese schmeckt toll und würde sich sicher in Berlin u.a. jeden Vergleichstest bestehen!! Super empfehlenswert!

Ist man nur

international wenn man jeden Schwachsinn reinstopft? Käsekrainer mit Kaviar !!!!!!!!!!

DAS

darf man Wien und den Wienern einfach nicht antun ! Es gibt nicht nur geographische Grenzen.......

Was in der Wurst drinnen ist,weiß nur...

Fleisch essen macht krank, Tiere dafür zu töten ist unethisch. Die dafür notwendigen Tierfabriken und Schlachthäuser sind eine traurige und unappetitliche Angelegenheit.

Antworten Gast: Freund der Würste und der artgerechten Tierhaltung
05.08.2012 23:34
1 0

Und Du, du Salatkopftöter ...

... frisst den Tieren das ganze Futter weg. Schäm Dich; schon allein wegen der vielen Radieschen die Du unapettitlich schmatzend tagtäglich frißt.

So ein Schwachsinn.

Ein Würstelstand mit den Wiener Standards nur mit ansprechender Qualität wäre nötig. Eben NICHT mit Ware von Radatz. Und Currywurst gibt es an 50.000 deutschen Würstelständen auch schon.