Gewisse Kreise sollen sich ja über nichts anderes unterhalten als darüber, wer wo wie aufgesperrt hat, wer sich wo welche Auszeichnung erkocht hat und welches Stockholmer, New Yorker oder Tokioter Restaurant zur Zeit alle anderen in den Schatten stelle. Als Ausweis des Wahrhaftig-dort-gewesen-Seins werden dann gern der beste Tisch („der zweite links am Fenster, aber nicht ganz am Fenster, weißt eh, welchen ich mein“) oder die Tücken des Wasserhahns auf der Toilette erwähnt. Man kennt die besten Hotels in der Nähe diverser Spitzenrestaurants, selbst wenn sie sich in Lima oder Mexico City befinden sollten, und kann im Idealfall auch einen Taxifahrer des Vertrauens empfehlen. Falls Sie solche Leute kennen oder sich selbst zu der Spezies der international umtriebigen Foodies mit Hang zum Name-Dropping zählen, lesen Sie bitte weiter. Wir erklären hier nämlich das Speisekarten-Rätsel, das Sie ab sofort auf der neuen Gourmet-Seite finden (einmal umblättern). Anhand von drei Gerichten aus der Speisekarte, ins Deutsche übersetzt, können Sie jede Woche raten, welches internationale Spitzenlokal gefragt ist und wer dort kocht. Die ausgewählten Gerichte werden möglichst typisch für die Küchenlinie und den Standort sein, die hinweisträchtigsten Zutaten sind zusätzlich gekennzeichnet. In Zeiten des regionalen Kochens hat man es da natürlich einfacher als früher, als überall dieselben sogenannten Luxusprodukte auf der Karte standen.
Jetzt raten. Starten wir eine einfache Proberunde. Erstes Gericht: Tandoori-Lachs in der Rauchglocke mit Gurken-Dill-Salat. Weiters: Curryblatt-Ente mit Champignon-Khichdi und Pfefferjus. Riecht nach kreativer indischer Küche mit Kinkerlitzchen-Anklängen, das legt doch schon einmal London sehr nahe. Wenn Sie jetzt noch den sachdienlichen Hinweis lesen, dass der Koch der erste Inder mit Michelin-Stern dort war, sollten Sie als gelernter Foodie auch schon am Ziel sein: Vineet Bhatia und die Londoner Filiale seiner Rasoi waren gefragt.
Runde zwei. Gurke aus den Marschlanden mit Wildkräutern und Meerrettich. Wenn man jetzt zufällig weiß, wo die Marschlande sind, nämlich bei Hamburg, ist man schon fast am Ziel, viel Auswahl an Spitzenrestaurants gibt es in der Stadt nicht. Zweites Gericht: Seezunge mit Rieslingvelouté und Senfkohl aus dem Spadenland. Spadenland: wieder Hamburg, und an der Velouté sieht man den französischen Einfluss, also könnte es Zweistern-Koch Thomas Martin im Jacobs Restaurant sein, für den die norddeutsch-französische Linie typisch ist.
Runde drei: In Butter pochierter Maine-Hummerschwanz mit Brennnessel-Omelett, Klapperschwamm und Estragon-Topinambur-Püree. Manche sagen wohl jetzt schon: Kenn ich, das muss Thomas Keller in der French Laundry in Kalifornien sein. Französisch beeinflusst, US-Zutat, dazu noch der seltsame Pilz – Thomas Keller hat eine Frau in seinem Team, die nur fürs Pilzesammeln zuständig ist, wie der strebsame Oberstufen-Foodie weiß. Wenn dann noch der Hinweis kommt, dass der gesuchte Koch der Erste mit salzigen Ministanitzeln war und gerade einen Preis für sein Lebenswerk bekommen hat, ist alles klar. Viel Spaß beim Raten! s





Fleischer, Fische und Frauen
Prinz Charles bis Prinz PilsWie gut kennen Sie den Adel?
Mercedes-FlaggschiffDie neue S-Klasse
SchlagerWer macht denn so was?
Victoria's SecretWas ist sexy?