Lette gewinnt Sommelier-EM in Wien

Weinkarten mit eingebauten Fehlern - "Château d'Yquem 2012? Gibt's nicht!": Die Europameisterschaft der Sommeliers in Wien. Raimonds Tomsons aus Lettland ist der Sieger.

Raimond Tomsons aus Lettland
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Raimond Tomsons aus Lettland
(c) ERICH REISMANN

Ein Zündholz, das nicht so tut, wie es sollte. Ein Niesen im Publikum. Ein trockener Mund. Alles Kleinigkeiten, die aber entscheidende Punkte kosten können - wenn es darum geht, Europas bester Sommelier bzw. beste Sommelière zu werden. Donnerstag Abend traten im Parkhotel Schönbrunn die vier Finalisten an (die erst vor Ort auf der Bühne verkündet wurden): Piotr Pietras aus Polen war als erster an der Reihe, ihm folgten Julia Scavo aus Rumänien, Raimonds Tomsons aus Lettland und David Biraud aus Frankreich. 

Die erste Aufgabe, die die vier gleichzeitig zu bewältigen hatten: Eine Magnum Champagner unter Zeitdruck so auf 18 Gläser aufzuteilen, dass überall möglichst gleich viel drin ist - nachschenken verboten. Außerdem: einem Gästetrio eine Stegreif-Weinbegleitung zu einem bestehenden Menü mit Ceviche, Lammtajine und Apfelstrudel mit Zimteis vorzuschlagen, wobei jeder Wein aus einem anderen Land kommen muss. Auch hier: Zeitdruck, fünf Minuten. Ein Rotwein musste beschrieben und, wenn möglich, erkannt werden. Innerhalb von drei Minuten. Das schon erwähnte Streichholz indes war an der Reihe, als die Finalisten eine Flasche Blaufränkisch dekantieren mussten (das Kerzenlicht dient dazu, das Depot zu kontrollieren), um es einem Sechsertisch einzuschenken. Aus dem Konzept gebracht wurden die Kandidaten dabei etwa durch eine plötzliche Frage eines der Schauspieler-Gäste auf der Bühne. Die berühmten schwarzen Verkostungsgläser waren mit Getränkepaaren desselben Typs gefüllt, die erkannt und zugeordnet werden mussten, und vier Süßweine mussten ebenfalls erkannt werden. Quasi auch eine Publikumsaufgabe war die letzte: Eine Weinkarte mit eingebauten Fehlern musste analysiert werden: die falsche Region, der falsche Winzer, ein Jahrgang, der wie der Château d’Yquem nicht auf den Markt kam - "das ist ja klar", sagte etwa Piotr Pietras, der polnische Kandidat. Sieger wurde schließlich Raimonds Romsons aus Lettland.

Die Hintergründe: Die besten Sommeliers Europas - 41 an der Zahl - waren in Wien bei der Europameisterschaft der Sommeliers in einem sehr sportlichen Wettkampf um den begehrten Titel, den die Association de la Sommellerie Internationale (A. S. I) vergibt, gegeneinander angetreten. Für Österreich war Suvad "Suwi" Zlatic an den Start gegangen. Seit vier Jahren nimmt er regelmäßig an Meisterschaften teil. Bei der Weltmeisterschaft in Argentinien hat er im Vorjahr den 16. Platz geschafft. Drei Tage lang dauert die Europameisterschaft an sich – das Rahmenprogramm für die zahlreichen internationalen Gäste einmal ausgenommen. Die ersten beiden Tage bestanden aus einer schriftlichen Prüfung, Blindverkostungen und praktischen Übungen. Prüfungssprache ist Englisch.

(Red.)

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