Île de Ré: Die Auster aus dem Automaten

Cancale in der Bretagne, direkt am Strand, ein Stück Papier in der Hand, darin ein paar frische Pazifische Felsenaustern, dazu gibt es eine warme Scheibe Baguette. Das Meer riechen, das Meer schmecken - alles gleichzeitig.

Zu viel Werberomantik?

(c) REUTERS (Regis Duvignau)

An der Westküste Frankreichs setzt sich ein neues Verkaufsmodell durch: der Austern-Automat. Auf Île de Ré bieten Austernzüchter sieben Tage die Woche, 24 Stunden ihre lebende Ware an. Wer also zu Mitternacht Heißhunger auf eine Muschel bekommt, drückt sich einfach eine Kiste heraus.

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Gegenüber der Nachrichtenagentur Reuters sagte Tony Berthelot, er hat die Idee mit dem Automaten zusammen mit seiner Frau Brigitte umgesetzt, dass die Maschine auch ein Appell an jüngere Generationen sei, die es gewohnt sind, ungestört durch die Abwesenheit eines Ladenbesitzers, im Internet einzukaufen.

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Außerdem ist der Automat eine Erleichterung in der harten Saison. Bei der Ernte ist man auf die Gezeiten angewiesen, die Berthelots müssen manchmal auch nachts arbeiten oder tagsüber das Geschäft schließen, um zu den Bänken zu fahren.

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Für den Austernzüchter ist der Automat in erster Linie also eine neue Einnahmequelle neben den üblichen Fischhändlern, Supermärkten und seinem eigenen Geschäft. 

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"In der Tat kommen die Leute immer dann an, wenn die Ladentür geschlossen wird, erzählte Berthelot "Ruptly TV". Dieses Problem hat er jetzt nicht mehr.

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Auf Vorbestellung lässt sich der Inhalt auch adaptieren, dann bekommt man zum Beispiel etwas Seespargel mit in die Kiste. Franzosen schneiden Seespargel - Passe Pierre - wie eine Art Schnittlauch und legen ihn auf ihr Butterbrot. 

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Der Verkauf von Automaten-Austern setzt natürlich aufgeschossene Verbraucher voraus. Werden die Muscheln nicht kühl genug oder zu lange außerhalb des Meerwassers gelagert, kann ihr Verzehr mit einer Lebensmittelvergiftung enden.

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Um das zu vermeiden, werden die Austern täglich ausgetauscht und geschlossen verkauft.

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Laut "The Local" verkauft das Paar ein Dutzend Austern zum gleichen Preis wie in ihrem eigenen Geschäft während der Betriebszeiten: 6,90 Euro.

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Ganz neu ist das Konzept übrigens nicht. Die ersten Austern-Automaten eröffneten auf der Insel Oléron, südlich der Île de Ré im Jahr 2010.

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Frankreich ist weltweit der viertgrößte Austernproduzent nach China, Japan und Südkorea. Beim Verzehr sind die Franzosen allerdings die ungeschlagene Nummer Eins: Mehr als zwei Kilo schlürfen sie im Schnitt jährlich.

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Hier finden Sie die Seite von Brigitte und Tony Berthelot www.huitrieredere.com.

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