Taubenkobel bekommt Wiener Dependance auf Zeit

In der Alten Post tut sich doch noch etwas: Das burgenländische Restaurant Taubenkobel bekommt eine Dependance in Wien - temporär zumindest. Und nennt sie Brieftaubenkobel.

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Alain Weissgerber und Barbara Eselböck sind auch Protagonisten des Film "Michelin Stars - Tales From The Kitchen". – beigestellt

Schon im Dezember 2015 war die Küche des Taubenkobels unter Alain Weissgerber in Wien zu erleben: Einen Monat lang hatte sich das Team des burgenländischen Restaurants im Supersense einquartiert, dem Zentrum für Analogkultur in der Praterstraße. Zum Tauben Dogen hieß das Projekt, in Anlehnung an den Dogenhof, in dem das Supersense beheimatet ist. Alain Weissgerber und Barbara Eselböck schliefen damals dem Vernehmen nach ziemlich wenig - Vorweihnachtszeit plus großer Andrang plus andere Gegebenheiten als die gewohnten im burgenländischen Schützen.

Nun gibt es wieder Neuigkeiten in Sachen Hauptstadt zu vermelden: Der Taubenkobel bekommt eine - temporäre - Dependance in der Alten Post im ersten Wiener Gemeindebezirk. Der passende Name: Brieftaubenkobel. Von 17. November bis 22. Dezember von Montag bis Samstag wird man hier für Wiener Publikum (und sicher auch solches aus dem Ausland, wo der Taubenkobel mittlerweile eine beachtliche Fangemeinde hat) kochen.

Der Plan für das Pop-up-Restaurant: Wiener Tradition aufleben lassen in einer modernen Version. Die Gäste sollen mit Kutschen abgeholt werden; es gibt es Abendservice mit Klaviermusik. Aufgetischt und -gespielt wird in drei denkmalgeschützten Prunksälen.

Zuerst geht es aber noch nach San Sebastián ins Baskenland, wo Alain Weissgerber am 23. September anlässlich der Premiere des Films „Michelin Stars – Tales From The Kitchen“ bei den 65. Filmfestspielen aufkochen wird. Und zwar gemeinsam mit Kamilla Seidler aus Bolivien und Elena Arzak aus Spanien. Alain Weissgerber und Ehefrau Barbara Eselböck zählen zu den Protagonisten des Films, neben Namen wie Alain Ducasse oder René Redzepi.

Alte Post

Die frühere Zentrale der österreichischen Post, 1851 als Postpalais erbaut, ist seit einigen Jahren nun schon Wiens Adresse für Pop-up-Projekte - die Markterei fand hier längere Zeit so regelmäßig Platz, dass die Alte Post oft direkt mit dem Markt in Verbindung gebracht wurde. Auch andere temporäre Projekte wie das Pop-up-Café von Thonet fanden in der Dominikanerbastei 11 statt.

Die Alte Post wurde darüber hinaus auch als Festivalzentrum genutzt: von der Viennale etwa oder dem Kunstfestival Parallel Vienna. Letzteres war schon so eng mit der Alten Post verknüpft, dass man beinahe ein enttäuschtes Raunen vernehmen konnte, als bekannt wurde, dass das Festival - welches dieses Mal in der alten Sigmund-Freud-Uni in Wien-Landstraße untergebracht ist und am 19. September startet - nicht mehr dort stattfinden werde. Die großen Säle waren ideal für Performances und Konzerte, die vielen alten Büroräume perfekt für Ausstellungen, die Lage im Ersten gab dem Ganzen Glamour.

Ihren Ruf als geliebte Zentrale für Wiens unklassische Kreativprojekte soll die Alte Post aber demnächst verlieren. Ein Bauantrag der Soravia-Gruppe sieht vor, die Anlage in ein Hotel mit Wohnungen, Spa und Restaurants umzuzimmern. Soravia ermöglicht nun auch den Brieftaubenkobel.

(Red.)

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