Regionalität ist sinnlos

Annemieke Hendriks geht in ihrem Buch »Tomaten« gängigen Mythen nach und erklärt, warum spanische Ware eine bessere Klimabilanz hat als regionale.

Luther tomatoes are harvested
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Luther tomatoes are harvested
Die niederländische Journalistin Annemieke Hendriks hat sich den Weg der Paradeiser bzw. Tomaten angesehen. – (c) Jan Woitas / dpa / picturedesk.

Sie haben in Ihrem Buch den Lebensweg einer Tomate vom Samen zum Supermarkt zurückverfolgt. Ist der noch nachvollziehbar?

Annemieke Hendriks:
Schwer. Bei der Frage, woher eine Tomate kommt, wird der Verbraucher in die Irre geführt. Offiziell gilt das Anbauland. Eine österreichische Tomate wurde in Österreich angebaut. Aber was genau ist daran österreichisch? Sie wachsen oft in Gewächshäusern niederländischer Machart. Die Technologie, die Samen und die Sämlinge kommen meist aus den Niederlanden. Ein Drittel der weltweit kommerziell verwendeten Tomatensamen werden in den Niederlanden entwickelt. Sie wachsen auch selten auf österreichischem Boden, das tun nur Biotomaten. Die anderen wachsen auf einem Substrat aus Steinwolle oder Kokos. Selbst die Nützlinge, die man zur Schädlingsbekämpfung einsetzt, stammen aus den Niederlanden. Nur die Sonne und die Schädlinge kommen dann noch aus Österreich.

Das ist drin:

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