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Freyung 4

30.06.2012 | 18:07 |  von HANS BRENNEr (Die Presse)

Im Freyung 4 isst man schattig, bunt und großteils gut.

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Irgendwann ging der Überblick verloren, so viele, teils prominente Lokale eröffneten und scheiterten im versteckten Innenhof des Palais Kinsky. Nun will das Betreiberduo der stilsicheren City-Bar 1010 und des immer guten Café Engländer mit ihrem Freyung 4, mit dem Restaurant und der gegenüberliegenden Bar, genau genommen also mit zwei Lokalen, die schwarze Serie beenden. Es dürfte aber weitaus schwieriger werden, so viele Plätze wie hier zu füllen. Der Anfang lässt allerdings hoffen, und buntes Mobiliar (draußen), lila Lounge (Bar) und sachlichen Bistro-Chic mögen viele. Noch kämpfen Service und Küche um Routine, aber das wird schon. Geboten wird ideale Innenstadt-Küche für schnelle Job- und Shopping-Freunde, wie man sie aus großen Städten kennt. Einige Gerichte gelingen schon ziemlich perfekt, wie der schön marinierte Lachs auf Kräutersalat. Qualitativ ist auch das kleine Kalbsfilet mit grünem Spargel und mildem Zitronenjoghurt tadellos, nur sollte ein Vorspeisenfilet ein bisschen weniger durchgebraten sein.

Die Seeforelle wurde recht rau gegart, hat aber einen guten und frischen Geschmackston. Nur das Roastbeef ging wirklich ein bisschen daneben. Da wurde falsch (zu niedrig?) gegart: Zu zäh und gummiartig beißt sich das sonst so mürbe Edelfleisch. Salat kann man hier übrigens gar nicht genug essen. Und ein Hotspot ist es dieser Tage natürlich sowieso. Und meist angenehm schattig.

 

("Die Presse", Print-Ausgabe, 01.07.2012)

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