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Sonntagstafel: Grüner Kakadu

14.07.2012 | 18:06 |   (Die Presse)

In Wien hat Der Grüne Kakadu eröffnet. Klingt geheimnisvoller als es ist.

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Der Vorteil eines kreativen Namens besteht darin, dass man etwas zu erzählen hat. „Der Grüne Kakadu“ ist eigentlich eine Groteske von Arthur Schnitzler. In dem am 1.März 1899 an der Burg uraufgeführten Stück geht es um ein gleichnamiges Pariser Lokal, das von der Mischung aus Unterwelt, Schauspielern und Adeligen lebt. Am 14.Juli 1789 bricht die Revolution aus und der Sturm erreicht auch den Kakadu.

Was das mit dem Grünen Kakadu zu tun hat, das gerade in Wien auf der Marc-Aurel-Straße eröffnet hat? Überhaupt nichts. Dem neuen Betreiber, einem altgedienten Gastro-Spezialisten, hat vermutlich das Stück gefallen. Das an dieser Stelle hat eine lange Geschichte, war lange ein Italiener unter der Führung eines bekannten „Profil“-Journalisten, der gut in den alten Pariser Kakadu gepasst hätte und der Erste auf der Bastille gewesen wäre. Für ihre Küche waren Cinqueterre und Nachfolger nie sehr berühmt. Daran hat sich leider nicht wirklich viel geändert, es wirkt wie ein Barbetrieb mit ein paar Gerichten. Die sind, wie das Backhenderl auf Salat, eh ganz nett, auch Risotti und Co. sind tadellos und unaufregend zugleich. Hier trinkt man Aperol und sicher auch Hugo, den neuen sinnlosen Sommerdrink. Vor allem aber: Die Marc-Aurel-Straße wird immer mehr zum dicksten und irgendwie charmantesten Gastgarten der Stadt. Im Le Salzgries und im Kornat kann man sogar wirklich gut essen. no

 

INFO
Grüner Kakadu: Marc-Aurel-Straße 10, Wien 1, Tel.: 01/533 84 61, Mo–Sa: 11–2 Uhr.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 15.07.2012)

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