Der Simmeringer Friedhof ist nicht zwangsläufig ein Touristenmagnet. An prominenten Gräbern gibt es lediglich ein paar Simmeringer Lokalpolitiker, die Mitglieder des Kabarettduos Wondra&Zwickl und den Freistilringer Georg „Schurl“ Blemenschütz. Und den Leichenschmaus, den gibt es in der Regel im Gasthaus Pistauer. Diese Simmeringer Institution bietet aber allemal einen guten Grund, in die Gegend zu fahren – vor allem im Sommer, wenn der Gastgarten geöffnet ist.
Mit aufregend-exotischen kulinarischen Erlebnissen darf man freilich nicht rechnen, dafür mit sehr solider Hausmannskost von Cordon bleu bis Tafelspitz, ab 15 Uhr werden auch Spareribs serviert. Und je nach Saison gibt es auch immer wieder Speisen abseits der normalen Karte – etwa gebackene Steinpilze, wenn man das mag. Preislich bewegt sich das alles auf sehr moderatem Niveau, das Service ist auch bei vollem Gastgarten – und das ist er oft – gut eingespielt und schnell.
Allein die Erreichbarkeit mit öffentlichen Verkehrsmitteln mag ein Manko sein – von der U3 (Endstation Simmering) ist es schon ein kleiner Fußmarsch. Dafür lässt sich der mit einem Spaziergang durch den Friedhof abkürzen – „Schurl“ Blemenschütz liegt übrigens in Teil N, Gruppe 1, Reihe 1, Nummer 12.
("Die Presse", Print-Ausgabe, 12.08.2012)
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