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Geschmacksfrage: Ella’s

27.09.2012 | 17:27 |  von Anna Burghardt (Die Presse - Schaufenster)

Das Ella’s versucht es wieder verstärkt mit griechischer Küche. Und setzt dafür – Überraschung! – auf Feta.

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Die ehrlich erstaunte Entgegnung spricht Bände: „Aber das ist doch kein Vorteil!“ Ich habe erzählt, dass ich in einem Lokal essen war, das sich jetzt wieder mehr der griechischen Küche zuwenden will. Und weiters kommt der nützliche Tipp, sollte ich jemals vorhaben, unversöhnliche Zwietracht zwischen einer Gruppe Griechen und Türken zu säen, müsste ich nur die unschuldige Frage stellen, wofür die griechische Küche noch einmal gut sei, wo es doch in der türkischen alles in größerer Vielfalt gibt. Oder war es umgekehrt?
Über die griechische Küche und ihre nicht vorhandene Haute-Cuisine-Tauglichkeit zu jammern ist jedenfalls etwa so originell wie sich zu beschweren, dass es bei uns noch immer keine indischen Toplokale gibt und man dafür noch immer nach London muss. Vielleicht liest das ja dennoch ein Investor.

Wie um der Jammerei ein Ende zu bereiten, verlautbarte das Ella’s am Wiener Judenplatz kürzlich, dass man die Küche, quasi weg vom mediterranen Einheitsbrei, wieder verstärkt griechisch ausrichten wolle. Auf Haubenniveau und mit neuem Interieur. Und, originell, originell, ein Hinweis auf die aktuelle Situation des griechischen Volks und die negativen Nachrichten fehlte auch nicht. Das Ella’s will diese also in positive umwandeln. Das gelingt nur halb. Ich suche auf der Karte – die Küche war nach anfänglichen griechischen Ambitionen ins profillos Mediterrane verwässert – nach Griechischem und finde einiges, was entweder nach Hellas klingt wie Garnelen-Saganaki mit Feta und Lammstelze mit Teigreis und Feta oder aber was typische Zutaten enthält wie Beef Tatar mit – erraten! – Feta. Okraschoten werden, statt wie üblich zerkocht, knackig serviert, das ziemlich süße Kirschtiramisu ist mit Thymian gewürzt. (c) Stanislav Jenis Wenn das das Konzept der neuen griechischen Küche ist, greift es bei aller Qualität, was Garung und Zutaten betrifft, noch etwas zu kurz. Die Hand des Kochs Christoph Nägele verweilt dafür bei vielen Gängen zu lang am Salzstreuer. Der (ausgezeichnete) Kabeljau kommt nicht wie angekündigt mit Rote-Rüben-Ravioli mit Skordalia-Füllung, sondern mit XL-Nudeln, Rote-Rüben-Würfeln und Skordalia, Knoblauchpüree, als Klecks. Ravioli . . .?, frage ich. „Offene Ravioli“.
Ich empfehle wohl das Ella’s bis auf Weiteres einfach als mediterranes Restaurant. 

TIPP
Ella’s, Judenplatz 9–10, 1010 Wien. Tel.: 01/535 15 77, Mo–Sa 11–24 Uhr

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1 Kommentare
Gast: gagagastwirt
28.09.2012 13:06
1 0

aber das ist doch kein vorteil

bitte was ist kein vorteil? für den leser ist es ärgerlich, wenn er schon im 1. absatz in eine sackgasse gelenkt wird. er hört dann lieber ganz auf, sich mit dem text zu beschäftigen. schülerzeitungsniveau mit arrogantem unterton, das haben die fressschreiberlinge hier schon sehr gut drauf.