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Geschmacksfrage: Liebling und Spirali

04.10.2012 | 16:59 |  von Almuth Spiegler (Die Presse - Schaufenster)

Ladies who lunch. Nie wieder Schnitzel zu Mittag. Aber auch so bald nicht mehr wieder Abbruch-Chic.

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Dass ich nicht der Typ bin, der sich zum Businesslunch Hirn mit Ei oder andere Wiener Schmankerln reinzieht, ist mir jetzt klar, ich bin noch immer „Immervoll“. Also weg von der schicken neuen Wiener Hausmannskost, hin zur alten schicken Hausmannskost, ab in den Siebten. Eine völlig fremde Welt für mich Außenbezirkspflanze, aber ich folge arglos meiner jungen Medienkollegin. Und wirklich, Wien macht immer mehr auf Berlin, das Hotel Daniel ist da nur der geschniegelte Höhepunkt. Denn was sich da rund um die Zollergasse für süße Shabby-Chic-Lokale aneinanderreihen, ist der Albtraum jedes ordentlichen Maurers. Putz an den Wänden wird auch wirklich überbewertet, das „Liebling“ verzichtet zusätzlich sogar auf ein Geschäftsschild, angesprayte Wände sind Erkennungszeichen genug. Davor stehen drei echt coole alte Gartentischchen mit Sesseln, wie frisch aus der „Glasfabrik“ geholt, und ein Tagesgericht gibt’s auch – Kürbis in Bechamel-Pampe mit einem Riesengupf geröstete Erdäpfel und zwei Stück Schwarzbrot. Hab ich etwa das Schonkost-Menü im AKH gewählt?

(c) Stanislav Jenis (Stanislav Jenis) Tatsächlich wird das Tagesgericht von einem Caterer zugekauft, man hat nämlich keine richtige Küche hier, ganz sicher ist sich die „Liebling“-Mannschaft da aber eh noch nicht, vielleicht hat der Caterer auch einfach nur nicht mit dem letzten 30-Grad-Spätsommertag gerechnet – wie auch immer. Zu Mittag reichen auch wirklich die Kleinigkeiten, die der italienische Koch an der Bar zubereitet, etwa Bruschetta mit Roten Rüben oder die Piadine, dünne getoastete Fladen gefüllt mit Stracchino (einer Art bisschen würzigerem Mozzarella) und Paradeisern. Jedes Gericht kommt mit demselben Sauerrahmpatzerl daher, das ist schon wieder lustig. Süßes gibt’s hier nix, aber vazieren ist sowieso total angesagt, also zweimal ums Eck ins „Spirali“ geschlendert, wo man neidisch auf die frische Pasta am Nebentisch schaut (geliefert!) – und nur noch Platz für einen Brownie und eine Tasse hier speziell empfohlenen, echt nach gutem Kaffee schmeckenden Kaffee hat. Der heißt dann wirklich auch noch „Cult“ und das Team kennt die Rösterei (in Oberösterreich, aha) auch wirklich persönlich. Um davon wieder runterzukommen, brauche ich am Abend ein Bier. Aus der Flasche. Im alten „Stadtbahn“ in Gersthof. Da ist es auch schön schiach. Und ich bin wieder back in Vienna, so far.

INFO
Liebling, Zollerg. 6, Di–Sa 11–2 h, 0699/ 11478004, Spirali, Kircheng. 22, 01/890 21 26

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9 Kommentare
Gast: beschwerer
07.10.2012 16:03
0 0

Schön, dass Frau Spiegler wenigstens Englisch kann.

... back in vienna, so far, so good, so what?

Gast: chefredaktion
06.10.2012 21:47
1 0

Null Tau vom Fressen

Stracchino ist keine "würzige Mozzarella" sondern ein Gorgonzola, Sie Luncherin! Das ist etwas ganz anderes. Dürfen bei der "Presse" eigentlich schon Hauptschüler über Zivilprozessrechtsfälle schreiben wenn die Spiegler das offenkundig ahnungslos auch übers Essen tut? Nowak, greif ein! Aber dazu isser zu feig...

Re: Null Tau vom Fressen

Der Novak versteht auch nicht mehr davon, falls Ihnen das entgangen sein sollte.

Leider sparen die Verlage, sodass Journalisten stets Doppeltätigkeit ausüben, also etwa gleichzeitig über Politik und Kulinarik berichten.


Novak auf Kur in Bad Tatzmannsdorf

Übrigens : Novak weilt zur Zeit auf Kur in Bad Tatzmannsdorf - er hatte in den letzten Jahren einfach zu viele Steaks verdrückt.

Gast: Gottfreid von Bouillon
06.10.2012 20:54
0 0

Kotzbrockenwarnung

aus Kotzbrockisbobostan, geschrieben von einem Fräulein, das futtert (den besseren Reim mit dem anderen Anfangswort auf F lässt mir die Zensur sicher nicht durchgehen).

Und bitte: Wir wollen Ihre Medienbekanntschaften nicht kennen, Frau SpiegelhackerIn!!! Es ist wurscht, wir wollen wissenn, wie man wo essen kann, nicht nur lantschen!

Danke für die Warnung

Überlass ich gern den Bobos

Gast: tigerzahn
05.10.2012 20:44
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LOL

man wird direkt neugierig von wo das ganze essen geliefert wird.
nach wannabe berlin.
so far.

eh nur damit man weiß dass man dort gar nicht erst hinreisen muß.

Gast: gagagastwirt
05.10.2012 16:35
1 0

stracchino eine art würziger mozzarella?

hm, so wie leberkäs eine art würziges steak ist?
oder tee eine art bittere suppe?
oder, jetzt hab ichs, gspritzter eine art leichter champagner?
noch besser: fish & chips eine art wiener schnitzel vom kabeljau mit knusprigem kartoffelsalat?

ihr seids echt super! ahnungslosigkeit war immer schon die beste voraussetzung für einen kritiker!

Gast: Gastrosoph
05.10.2012 14:39
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Vazieren (lat.), frei oder dienstlos sein.

Ach, werte Kolumnistin, es kann schon hart sein, die Beste zu sein, und noch härter, ein Restaurant zu finden, das positiv zu bewerten ist.